Glossareintrag
Ein Stereotyp ist eine verallgemeinernde und vereinfachende Zuschreibung bestimmter Eigenschaften, Verhaltensweisen, Rollen oder (körperlicher) Merkmale auf alle Mitglieder, die einer Gruppe zugeschrieben werden. Dabei wird angenommen, alle Mitglieder einer Gruppe seien gleich und bestimmte Sachverhalte „typisch“ für sie. Solche Stereotype können sich sowohl auf andere Gruppen (Fremdzuschreibungen), als auch auf die eigene (Selbstzuschreibungen) beziehen. Stereotype können sowohl negative, neutrale, als auch positive Wertigkeit besitzen. Sie spiegeln wider, wie Menschen aufgrund zugeschriebener Gruppenzugehörigkeit über andere denken und prägen sowohl Fremd- als auch Selbstbilder. Gleichzeitig sind Stereotype auch Teil von sozialen Wissensstrukturen: Sie entstehen aus den Prozessen, durch welche Menschen soziale Wirklichkeit konstruieren und deuten und werden über Sozialisierung, kulturelle Narrative und Medien reproduziert und weitergegeben.
Weiterführende Informationen
Homi K. Bhabha, The Location of Culture, London 2004 [1994], Neuauflage mit Vorwort des Autors, 94 ff., 97, 113.Jessica Haß, Stereotyp, in: dieselbe, Stereotype im interkulturellen Training, Wiesbaden 2020, 87–159, 89 f., 135, 142.Adolé Akue-Dovi, Rassismus – Macht – Fremdbezeichnungen: Einführung in Begrifflichkeiten, in: dieselbe, Kindermedien und Rassismuskritik. Wie Schwarze Kinder die Reproduktion von Rassismus in TKKG-Hörspielen wahrnehmen, Wiesbaden 2022, 9–16, 14.