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auch wohl eincil lahmen oder blinden, verstümmelte» oder vom Alter zu Boden gebeugten Greis zwischen den Häuserreihen dahin- ^ schleichen; es ist ein invalider Soldat des Bizekönigs, für den die
Regierung nicht das Mindeste thut; er ist vielleicht noch elender, hülfsbedürftiger und hülsloser, als jenes Kind. Acht- bis zehnjährige Knaben sind bereits in die Leinwandkleibung der Soldaten gekleidet und tragen den Tarbuhsch; sie sind unartig und flegelhaft, beunruhigen die Leute, lügen, betrügen und stehlen. Ohne Zucht und Sitte wachsen sie auf und laufen als lungernde Tagediebe so lange in einer Art von gezähmter Wildheit herum, bis man sie zum Militär tauglich findet und zunächst mit dem Geschäft eines Trommelschlägers oder Pickclflötenbläscrs betraut. Wenn sie die Muskete tragen können, werden sie unter das Linienmilitär gesteckt, erwerben sich nun bald vollends die übrigen Untugenden der Soldaten, quälen die armen, ohnehin schon hinlänglich geplagten ^ Fellahhihn bis aufs Blut und betrügen und stehlen, wo sie nur
immer können. In der Nähe der egyptischcn Soldaten hält gewiß * Jedermann strenge Wache über sein Eigenthum; man traut einem
Soldaten nicht über den Weg. Wenn man die eben beschriebene Ansicdlung kennt, auS der ein großer Theil dieser Leute hervorging, wundert man sich freilich nicht mehr über ihre Fehler und Laster. Wie sehr in solchen Dörfern einem ganzen Heere von Lastern Vorschub geleistet wird, ist leicht erklärlich. Die Mädchen wachsen mit den unartigen Buben auf, verheirathcn sich vielleicht schon mit ihrem zehnten Jahre und grünten mit ihrem Gatten, der kaum sechzehn Jahre zählen mag, einen eignen Herd. Der Mangel und das Elend kehrt gar bald in der Familie ein; der Soldat erhält nur wenig Sold und diesen erst Monate später, als er fällig war, — wie nahe liegt cS dann, daß die oft recht hübschen und noch so jugendlichen Frauen verbotene Wege betreten, auf denen , ihnen eine leicht zu gewinnende, für sie reiche Gcldcrnte lockend
2 winkt! Oft ist eins der jungen Weiber schon vom Hauche des
^ Lasters verpestet, ehe sie noch Mutter wurde. Unter solche» Um
ständen darf es dann nicht befremden, wenn die Syphilis zuweilen