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Zweiter Theil
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schm Kaffchauses einen Italiener. Der Mörder wurde gefangen genommen und an das englische Konsulat abgeliefert. Es hieß, daß der Generalkonsul, um einmal ein Erempel zu statuiern, seine Regierung um Ermächtigung gebeten habe, den Mörder auf dem gro­ßen Platze aufknüpfen zu lassen. Wie gern die Heimtücke der Ita­liener und Griechen, jener elenden, feigen und so recht niederträch­tigen Völker, im Finstern schleicht, ist bekannt genug; denke man sich nun die Schlechtesten dieser Schlechten in Alcrandrien zusain- mcngchäuft und man wird begreifen, wie wenig da öffentliche Si­cherheit herrschen konnte. Während des erwähnten Zeitraums war in Alcrandrien Nachts eine Waffe nothwendiger, als sie es in jedem egyptischen Dorfe war; wir Deutschen gingen fast nie aus, ohne einen sogenannten Borcr bei uns zu führen, d. h. zwei durch einen recht biegsamen Fischbeinstab verbundene, mit einem haltba­ren Ledcrgeflccht überzogene schwere Bleikugeln, mit denen man ei­nen beliebig starken und gefährlichen Schlag ausüben kann. In den Jahren 1848 und 1849 war die Erbitterung der Italiener ge­gen alle Deutschen und vorzugsweise diejenigen, welche sich unter den kräftigen Schutz des österreichischen Generalkonsulats gestellt hatten so groß, daß man nur die Straße betreten durfte, um sofort,Tod den Deutschen, den Hunden, den Talgessern!" und andere beliebte italienische Schimpfwörter zu vernehmen. Die deut­schen Handwerker Alcrandriens und Kairo's hielten sich zusammen und wurden dadurch von einem glühenden Patriotismus erfüllt. Dieser trat um so stärker hervor, je mehr sie durch die gemeinen Schimpfredcn der Italiener (welche jeder Deutsche ohnehin bald von Grund seines Herzens verachten lernt) gereizt wurden. So hatte unser Bedienter Karl in der Weinstube der deutschen Handwerker mit einem Italiener Streit bekommen und diesen einfach zur Thür hinausgeworfen. Nach kurzer Zeit erscheint der Italiener von Neuem und tritt an den Schenktisch. Da bemerkt Einer aus der deutschen Gesellschaft, daß jener den einen Arm auffallend steif hält und ent­deckt ein langes Messer im Rockärmel verborgen, womit er seinen Beleidiger wahrscheinlich meuchlings zu erstechen gedachte. Sein Plan wurde aber vereitelt. Die Gesellschaft der Deutschen bestrafte