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Diejenigen, welche mehr Geld als „die gemeinen Leute" haben, sind es wenigstens in eben so hohem Grade, vielleicht noch mehr. Viele sind erst durch Verbrechen, wie z. B. Wucher, betrügerischen Bankerott und dergleichen, reich oder vornehm (in Alerandrien ganz gleichbedeutend) geworden. Es wird dort Jemanden leicht verziehen, wenn er früher gelogen, betrogen oder gestohlen hat, nur muß er reich sein, wenn er angesehen sein will. AlerandrienS Ostrouiguo 8vanclal6us6 ist noch reicher und ausgedehnter an Geschichten und Erzählungen, als die von Eharthum, weil Alerandrien weit mehr Europäer beherbergt, als das ganze übrige egyp- tische Reich. Die Treulosigkeit der italienischen Frauen AlerandrienS ist zum Sprichwort geworden. Es soll schon manchem Ehemanne von diesen Damen, um sich von einer lästigen Gesellschaft zu befreien, ein Tränkchcn gemischt worden sein. Alle in Alerandrien geborenen oder erzogenen Italienerinnen, Französinnen und Griechinnen wachen, so lange sie unvcrheirathet sind, sorgfältig darüber, nicht in der Leute Mund zu kommen; haben sie jedoch glücklich einen Mann dauernd an sich gefesselt, dann treiben sie cS aber auch so, als wollten sie das Versäumte nachholen; je enthaltsamer sie früher waren, um so ausschweifender sind sie später. Daß die Männer um kein Haar besser sind, als sie, versteht sich von selbst; leider wird aber deren Untreue nie so streng beurtheilt und so scharf gerügt, als die der Frauen.
Die in Egypten ansässigen Deutschen kennen diese Verhältnisse recht wohl und suchen ihnen durch mancherlei Mittel vorzubeugen. Einige kommen dabei „aus dem Regen in die Traufe;" sie leben mit gekauften Sklavinnen, mit Koptinnen oder Araberinncn in wilder Ehe. Nur sehr selten trägt eine derartige Verbindung ersprießliche Früchte. In den meisten Fällen sind die Frauen, mit welchen sie leben, noch schlimmer, als jene, welche sie vermeiden wollen. Außerdem sind aber die Italienerinnen (oder Europäerinnen überhaupt) entschieden bessere Wirthinnen, als die Morgcnlän- derinncn und haben dennoch immer noch Vorzüge vor diesen voraus. Um ein solches Verhältniß — oder besser gesagt Mißvcr- hältniß — recht anschaulich zu machen, will ich es zu schildern