Dokument 
Zweiter Theil
Entstehung
Seite
174
Einzelbild herunterladen

17L

del zufrieden. Die Ehestiftung war sehr einfach: der Euro­päer erklärte, seine Erwählte,Warde" mit Namen, als Die­nerin zu sich nehmen, sie gut behandeln und so lange bei sich be­halten zu wollen, als es seine Umstände erlauben würden, zahlte ihr hundcrtundfunfzig Piaster oder zehn Thaler preußisch sofort baar aus und versprach, die noch fehlenden fünfzig Piaster bei ihrer Entlassung zu erlegen. Besagte Warde dagegen erkannte ihn als ihrenHerrn" an, versprach, ihm treu und gehorsam zu sein und bestens für sein Interesse zu sorgen, so lange er sie bei sich behalten würde.

Beide Theile waren mit diesen Bedingungen zufrieden gestellt und wollten gehen. Allein der Schech hatte noch Etwas abzu­machen.IN dakliscinosck dita'i ld'ilui ja elmvaliclse?" (Wo ist mein Trinkgeld, mein Herr?)Ich erhalte zehn Prozent des in einer Ehestiftung festgesetzten Mahlschatzes, folglich zwanzig Piaster, erwarte aber, daß Deine Großmuth dieser dürftigen Summe noch Etwas zulegen wird." Nach langem Widerstreben und einigen zwi­schen den Zähnen hervorgcmurmclten arabischen Ehrentiteln (von denen der gute Schech den einen: gsimllrlak adullkZa irm-

arrass!" jGott möge Deinen Vater verdammen, Du Kuppler!j verstanden haben wollte) mußte sich der glückliche Bräutigam be­quemen, noch dreißig Piaster zu bezahlen, obgleich diese ganz au­ßer aller Berechnung lagen. Die neue Hausgenossin kostete ihm also bis jetzt fünfzehn Thaler; hierzu nun noch im Anfange we­nigstens für fünf Thaler Kleider, macht im Ganzen zwanzig Tha­ler unseres Geldes. Glücklicher Weise war seine Wahl ziemlich gut ausgefallen. Warde stand allein in der Welt, hatte keine El­tern, keine Geschwister, Basen und anderes für einen solchen Ehe­mann stets lästiges Gcsindcl mehr und war fleißig und sparsam. Er lebte mitseiner Frau" recht glücklich.

Nicht immer gelingt eine solcheHei rath" so gut wie dieses Mal. In den meisten Fällen sind die Koptinnen während der Zeit, in welcher sie ihrem Herrn haushalten, auf's Eifrigste bedacht, für spätere Zeiten etwas in's Trockene zu bringen. Sie bestehlcn und betrügen ihn auf jede Art und Weise. Haben sie Verwandte,