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Die Groß-Industrie Oesterreichs : Festgabe zum glorreichen fünfzigjährigen Regierungs-Jubiläum seiner Majestät des Kaisers Franz Josef I. dargebracht von den Industriellen Österreichs 1898 ; Sechster Band
Entstehung
Seite
10
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Absatz der Ostrauer Mineralöl-Raffinerie in

Metercentnern:

Jahr

Petroleum

Nebenproducte

Zusammen

Davon Export

1892

.67.580

48-532

116.112

5-451

1893

.65.160

46.076

I I 1.236

5-362

1894

. 99 -I 67

71-033

I 70.200

8.749

1895

.II 9 - 99 I

86.313

206.304

20.166

1896

. 155-021

105.621

260.642

73-520

1897

. 166.043

H 5-077

281.120

52.789

Die technische

und administrative Leitung

des Unternehmens

befindet sich in

der Fabrik selbst, während

sämmtliche commerziellen Agenden von dem Centralbureau in Wien, I., Hohenstaufengasse 17, besorgt werden.

Während das Unternehmen bei seiner Gründung circa 100 Arbeiter beschäftigte, zählt dasselbe gegenwärtig 45 Be­amte und über 400 Arbeiter. Alle Arbeiter gehören der Ostrauer Bezirkskrankencasse an, und überdies sind sowohl Beamte als auch Arbeiter gegen Unfall versichert. Ausserdem besteht für die Arbeiter eine eigene Unterstützungs- casse, die von den Delegirten derselben verwaltet wird, in welche Strafgelder, Erlöse für alte Materialien und sonstige ähnliche kleine Einnahmen fliessen. Es wurde auch die Einführung getroffen, dass in den Wintermonaten für alle Arbeiter der Nachtschicht heisser Thee gegen ein ganz geringes Entgelt verabreicht wird; die hiefür ein- fliessenden Beträge kommen gleichfalls der Unterstützungcasse zu. Im Jahre 1897 erwarb das Unternehmen ein günstig gelegenes Grundstück von 1-5 Hektar Fläche, auf welchem der Bau von Arbeiterhäusern und einer Arbeiter­kaserne begonnen wurde, da die Arbeiter-Wohnungsverhältnisse in Mährisch-Ostrau sehr viel zu wünschen übrig lassen. Es gelangten bisher zwei einstöckige Arbeiterhäuser für je acht Familien und eine Ivaserne für 60 ledige Arbeiter zur Fertigstellung; jedoch besteht die Absicht, diese Arbeitercolonie successive zu vergrössern, um allen Arbeitern gesunde Wohnungen zu billigem Preise zu verschaffen, woran es, wie bereits erwähnt, in Ostrau mangelt. Zum Zwecke der ersten Hilfeleistung bei im Betriebe vorkommenden Unfällen wurde durch den Fabriks­arzt eine Sanitätsabtheilung von 20 Mann in diesem Dienst unterwiesen und herangebildet. Der Abtheilung stehen zwei complete Tragbahren, reich ausgestattete Verbandkasten und alle sonstigen Behelfe zur Verfügung. Die Fabrik besitzt eine eigene Feuerwehr, welche vollkommen organisirt und ausgerüstet ist, und über alle Hilfsmittel verfügt, die bei eventuellen Bränden in Petroleumfabriken von Nutzen sein können. Zu dem Etablissement gehört auch eine eigene, gross angelegte und mit allen erforderlichen Einrichtungen versehene Reparaturwerkstätte, die der entsprechenden fachmännischen Leitung untersteht.

Erzeugnisse der Fabrik sind neben Petroleum die folgenden Artikel: Benzin für Fleckputzereien, Gummi- und Kautschukfabriken, Extractionszwecke, Grubenlampen etc.; Maschinen- und Cylinderöle für Eisenbahnen, Spinnereien, Dynamos, sowie für alle schweren Maschinen; Gas- und Blauöle zur Gaserzeugung, dann zur Leder- und Wagenfett- Fabrication; endlich Petroleumtheer.