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Denderah.
Winkel noch eine Reihe von Tempelruinen an; ein schma-
ler Gang führt zu denselben.
Hier sieht man Seti mit seinem jungen, gelockten Sohne Ramses II., der zwei Papyrusrollen in Händen hält; daneben die berühmten Königslisten.
In drei Reihen übereinander die Namenszüge (Cartou- chen) von 76 Königen, von Mena an bis Seti I. Die dritte Reihe enthält nur den Namen des Letzteren. Diese wichtige Geschichtsquelle erstreckt sich von der Zeit um 4400— 1400 v. Chr. Ein weiterer Gang führt zu der Stiege auf das Dach. Wir sehen hier Seti, wie er den jungen Ramses lehrt, den wilden Stier zu fangen. Wenn auch die Anlage des ganzen Tempelcomplexes nicht so erhalten ist wie die von Denderah oder Edfu, so ist doch die Ausschmückung eine unvergleichlich schönere, und wie gebannt von dem Zauber dieser Schönheit standen wir da.
In nächster Nähe sind noch die Ueberreste eines Osiris- Tempels zu sehen, doch dermassen zerstört, dass man kaum die Anlage zu erkennen vermag.
Franz Graf Th., Eine Orientreise.
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