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verschiedenen grossen Dampfschifffahrts-Gesellschaften benützt.
Wir nahmen eine Dampfbarkasse und fuhren an das asiatische Ufer des rothen Meeres. Ein scharfer Südwind blies uns entgegen; unsere Nussschale wackelte erbärmlich; alle Augenblicke ging eine Welle über das Schiff. Wir sind zu wenig seetüchtig, um an solchen Scherzen Vergnügen zu finden, waren daher herzlich froh, als wir nach anderthalb Stunden den Strand erreichten und die vorausgesandten Esel bestiegen.
Die Wüste reicht bis ans Meer und durch diese ritten wir der Ain Müsa, d. h. Mosesquelle zu, welche in einer kleinen Oase entspringt. Der Sage nach ist es die Quelle, die, ursprünglich salzig, von Moses in süsses Wasser verwandelt wurde, indem er einen Baum hineinlegte. In der Mitte eines viereckigen Beckens sprudelt das Wasser aus dem Boden. Einige Araber wohnen hier, die vom Gemüsebau und dem Trinkgelde der Fremden leben. Prachtvolle Palmen beschatten den Ort. Ein kleines Häuschen aus Lehm mit Schilfdecke wird mit der grössten Naivetät dem Fremden als Haus des Moses gezeigt.
Auf dem Wege reitet man durch mehrere zu dieser Jahreszeit trockene Salzseen; eine dicke weisse Kruste überzieht den Boden, Salzkrystalle glitzern in der Sonne. Zurück wählten wir den directen Weg nach Suez; wir wollten uns nicht mehr der Gefahr der Seekrankheit aussetzen; hatten dann nur mehr quer über den Canal und den Hafen zu fahren.
Das rothe Meer, berühmt durch sein klares, durchsichtiges Wasser, hat einen grossen Reichthum an Korallen und Muscheln, der Strand ist bedeckt mit letzteren in den mannigfaltigsten Farben und Formen; Muscheln sammelnd verbrachten wir den Nachmittag. Der starke Wind erfüllte