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die Luft mit Sand, die Aussicht war daher eine schlechte, nur die hohen Felsen der afrikanischen Küste, die bis in die Nähe des Meeres herantreten, waren zu sehen, während das Sinaigebirge leider verhüllt war.
2. März. Die Fahrt nach Ismailia, die wir vorgestern schon bei Dunkelheit gemacht hatten, bietet auch bei Tageslicht nichts Anziehendes. Die nächste Umgebung ist Wüste, nur einmal öffnet sich ein Ausblick auf den grossen Bittersee, welcher vor dem Canalbau ganz trocken lag und durch den diese mächtige Wasserstrasse jetzt führt. Hier begegneten einander das mittelländische und das rothe Meer, als am 15. August 186g der südliche Damm durchstochen wurde. Man scheint Versuche mit Bewaldungen gemacht zu haben, um den immerwährend in und über den Canal wehenden Sand aufzuhalten; wenigstens ist in der Nähe der Station Nefische ein regelmässig gepflanzter Kiefernwald zu sehen.
In Ismailia grosse Aufregung in den beiden bescheidenen Hotels. Es waren mehr Personen angesagt und gekommen, als unterzubringen. Jeder wollte ein Zimmer. Alles bestürmt den Wirth, der sich selbst kaum mehr auskennt. Er schreit nach den Zimmerschlüsseln: seine Frau behauptet, sie ihm schon gegeben zu haben; hierauf grosse häusliche Scene vor aller Welt; endlich finden sich die Schlüssel in den Taschen des Hausherrn oder in dem faltenreichen Schlafrocke der Wirthin. Der Padrone wird ruhiger, ebenso die Gäste, welche aus der immer abnehmenden, d. h. untergebrachten Anzahl der Reisegenossen die Hoffnung schöpfen, selbst auch unterzukommen. Endlich ist Alles in den Zimmern vertheilt, dicht gedrängt, zu Mehreren beisammen, im Esszimmer, in Salons, doch wenigstens unter Dach und Fach.
Ismailia ist eine sehr hübsche, kleine Stadt, die während des Canalbaues angelegt wurde. Grosse schattige Alleen