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Gegen 3 Uhr Nachmittags schifften wir uns auf dem Lloyddampfer „Venus“ ein. Ein Reisegenosse verliess uns leider. Prinz H. musste nach Hause. Viele Grüsse nahm er mit an alle Bekannten. Er wäre, glaube ich, gerne noch mitgefahren.
Dank der Liebenswürdigkeit des Lloydagenten hatten wir vortreffliche Cabinen. Das Schiff war weitaus überfüllt. Ein grosser Theil der Reisenden musste die Nacht im Speisesalon und auf Deck zubringen. Das Zwischendeck war vollgepfercht von allerhand Orientalen, die sich aus den mitgebrachten Teppichen und Decken Lagerstätten machten.
Es muss die Visitenstunde der Commandanten der Kriegsschiffe gewesen sein; denn da fuhr der Admiral der französischen Escadre an die Treppe des deutschen Flaggenschiffs, dann ein deutscher Officier zu der französischen Fregatte. Das Gleiche thaten englische und italienische See- officiejre: Alles in Galla im kleinen Boot das Steuer führend, während die gleichmässig einfallenden Ruder der Matrosen das Fahrzeug rasch dem Ziele näher brachten. Jetzt kommt eine russische Fregatte aus dem Canal an uns vorbei und legt an der letzten Ankerboye an. Sie hat den Kosakenführer Atschinov mit seinem Anhänge an Bord, der eine halb religiöse, halb politische Expedition nach Afrika auf eigene Faust gemacht hat. Da er sich aber anschickte, Sagallo einzunehmen, das unter französischem Schutze steht, sah sich der comman- dirende französische Admiral veranlasst, nach fruchtlos erfolgter Aufforderung, sich zurückzuziehen, einige .Schüsse unter die Russen abzufeuern und sie gefangen zu nehmen. Die russische Fregatte übernahm die Landsleute zur Heimbeförderung und fährt jetzt mit der Gesellschaft an dem französischen Schiffe vorbei, welches vor Kurzem erst gegen die Kosaken gefeuert hat.