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bedeutende Höhe. Als letzte Ueberbleibsel der Wälder des Libanon haben sich diese Bäume in einer Seehöhe von 1925 M. erhalten. Der Palast Davids und der Tempel Salomos wurden mit Cedern vom Libanon gebaut und die Phönizier verwendeten das Holz zum Schiffbau. Wenn auch klein, so ist dieser Wald doch der erste, den wir, seit wir das Vaterland ver- liessen, gesehen, und wir freuten uns über denselben. Neidlos muss ich es zugeben, dass die hiesigen Bäume stärker sind als die Ceder im Tetschner Schlosshofe. Mit Zapfen beladen, begannen wir den Rückmarsch. Die Sonne brannte tüchtig in der engen Schlucht und mühsam arbeiteten wir uns in dem weichen Schnee hinauf. Auf der Passhöhe warfen wir noch einen Blick auf den grünen Wald und seine gigantische Umgebung und dann eilten wir bergab, bald einbrechend bis zum Knie, bald einige Schritte weit hingleitend; unsere Führer setzten sich einfach nieder und fuhren auf dem höchsteigenen Schlitten pfeilschnell hinab. Es war halb 3 Uhr, als wir bei unserer Behausung anlangten. Es war eine starke Tour; wir waren im Ganzen beiläufig sieben Stunden im Schnee gegangen: Anna hatte wacker mitgehalten. Das Mahl mundete vortrefflich.
9. April. Der geliebten Mutter Geburtstag, ferne von ihr; so lange ich denke ein Freudentag für uns. Meine innigsten Wünsche sende ich Dir in Gedanken nach Volosca, Herzensmutter! Gott segne und schütze Dich!
Ein langer Ritt bis Bet-Schama an der Baalbek-Schtoraer Strasse, wo wir in einem engen Seitenthale unsere Zelte fanden. An dem Bergsee Jammune vorbei, der, von einer intermittiren- den Quelle genährt, nur durch zehn Monate des Jahres Wasser hat. Dann ging es bergauf, bergab durch einförmige Gegenden. Strauchwerk bedeckt die Höhen. Gegen Nachmittag erreichten wir das Thal der Bekaa, dessen fruchtbares Grün