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uns freundlich entgegenlachte. Jenseits derThäler die Ruinen Bajilbeks in ihrer Gartenumrahmung zu sehen.
io. April. Bald waren wir auf der Strasse, welcher wir am Rande der Ebene bis Schtora folgten; dort vereinigt sie sich tnit der grossen Chaussee. Grosse, reinlich aussehende Ortschaften liegen in den Thälern, man sieht, dass es eine reiche Gegend ist. An den Lehnen bis zur Fläche hinab Weinbau, dazwischen grosse Maulbeerpflanzungen über mehrere Bäche, die, weiter in Gräben abgeleitet, zur Bewässerung benützt werden. Muallaka, ein grosser Ort, liegt hart an der »Strasse. Das »stattliche Gebäude daselbst war ein Jesuitencollegium. Im Jahre 1860 wurden die Geistlichen niedergemacht, das Gebäude von der Regierung weggenommen; jetzt hat der Orden, wie uns mitgetheilt wurde, in dem nahen Städtchen Zahle ein grösseres Kloster. Die ganze Ebene gehört zum Vilajet Damaskus, erst am Busse des Gebirges selbst beginnt das christliche Paschalik Libanon.
Von Schtora ab wendet sich die Strasse gleich in die Berge, die sie in vielen Windungen und Serpentinen überschreitet. Sie ist ausserordentlich geschickt geführt, benützt jede Mulde, um möglichst sanft anzusteigen. Es herrscht ein grosser Verkehr. Grosse Wagencolonnen der Compagnie, mit 3—4 Maulthieren vor jedem AVagen, vermitteln denselben. Daneben begegnet und überholt man Karawane auf Karawane. Die Producte des Ostens werden nach Beiruth gebracht, um auf den Weltmarkt zu kommen; europäische AVaaren werden vom Seehafen nach Damaskus geschafft. Viele Reiter und Reiterinnen benützen die Strasse, deren Wohlthat in dem schroffen Gebirge wohl auch von dem eingefleischtesten Orientalen geschätzt werden muss. Zahlreiche Khane sind bereit zur Aufnahme der Karawanen; sie bieten geräumige Stallungen für die Tragthiere und Unterkunft für