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Zweiter Theil
Entstehung
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139
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Ich achte Mahammcd und sein Volk, sollte ich es auch nur aus Dankbarkeit für mannigfaltige Dienste, ja sogar Wohlthaten thun, die mir von den Türken erzeigt worden sind.

In meinem Hause hatte ich nun manchmal gar eigenen Be­such. Ich bewohnte die erste Etage, wahrend unten die ganzen Räumlichkeiten leer standen. Dort gab es ziemlich viele Scorpio- nen, Ratten, Mäuse, Eidechsen und einige Male auch Schlangen. Unter den Mäusen kommt ein höchst interessantes Thierchen (Aus oallirioa) mit igelartigen Stacheln vor. Im oberen Stocke erschei­nen jede Nacht Gekonen, d. h. nächtliche Eidechsen mit fünf breiten Fingern, mit denen sie sich überall anhängen und selbst an der Decke hinlaufen können. Mit großem Vergnügen hörte ich das laute, gellendegcck, geck" der Thierchen und sah dann ihrer Jagd auf Fliegen und andere Insekten zu, welche sie nach der Art der Chamäleone mit der Zunge anspiesten. Bei Tage wurden uns die egyptischen Hornissen eine große Last, denn sie erschienen sogleich in Schaaren, wenn der Koch seine Flcischstücken im Hofe aufge­hangen hatte, um davon zu fressen. Sie stechen heftig, sind bös­artig und außerordentlich häufig. So lebte ich in dem einsamen, abgelegenen Hause ein wahres Stillleben. Einer meiner Bedienten, ein Nubier, Mahammed mit Namen, handhabte die edle Koch­kunst, ging Morgens auf den Markt, um einzukaufen und ließ sich das nöthige Wasser durch einen Sakha oder Wasserträger (wörtlich Tränker, Bcgießer) in's Haus schaffen. Ein in der egyp­tischen Haushaltung so nöthiger Mann verdient es wohl, kurz be­schrieben zu werden.

Die Sakha's sind in allen Häusern, ja sogar im Harchm, zugelassen, nur werden für die Aharahm blinde Wasserträger sehen­den vorgezogen. Der Sakha kennt in dem Hause fast jedes Zim­mer und jede Person, ist streng ehrlich und verschwiegen. Sein Wasser holt er auf einem Esel im Nil und verlangt für einen gro­ßen Schlauch, den er über eine halbe Stunde weit herschafft, nur dreißig Para oder einen und einen halben Silbcrgroschcn unseres Geldes. Wie es diese Menschen aushalten können, fortwährend mit nassen Kleidern cinhcrzugehen, begreift man nicht. Der Sakha