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sind, als daß ich sie meinen Lesern vorenthalten möchte. Er spricht von der herrlichen Aussicht aus der Citadelle und sagt:
„Zuerst schaute ich, meiner Gewohnheit gemäß, auf das Nächste, also hier von steilen Mauerabgründcn auf die Hassanmoschee, die Gebäude der Kanoncngießerei, auf den Rumelrc und den sich anschließenden langen Sukahra-Ma'idahn*) hinab. Aber diese von oben wüst und fabelhaft anzuschauenden Räume, auf denen das Menschcntreiben sich zu einem Gewimmel von Zwergen verjüngt, hielten mich nur einige Augenblicke von dem bis zur Wüste kreisenden, Leben athmenden Weltbilde zurück, das, einer schnellenden Frucht ähnlich, nur seinen Steinkern in den Steinklumpen und Gassenlabyrinthen der Sarazcnenstadt hat."
„Im Nordosten dehnt sich am Abhänge des Mokattain die Mamelukengräberstadt, in einer Länge von mehr als dreiviertel Wegstunden, gleich bei den Thoren der Stadt hin. — Jenseits derselben, am Saume einer weiten, nur spärlich von Sykomoren, Dattelpalmen und Tamariskengruppen, gleichwie von weißen Gebäuden unterbrochenen Ebene, die sich in die arabische Wüste verliert, taucht der hohe Obelisk von Heliopolis auf, wie ein Grenzstein des Weichbildes und Gesichtskreises der ungeheuren, im^Schutze der Akropolis ausgebreiteten Hauptstadt des Nil, auf deren Gräber und Paläste, auf deren Siegesthore und Schutthaufen, auf deren lebendige und todte Mysterien man aus der Vogelperspektive Herabblicken darf."
„In Südwesten führt da der Aquädukt die Nilwasser bei der uralten Amrn-Moschee in's Land; und wie majestätisch treibt der geheimnißvolle, zur Gottheit gemachte Strom seine Wogen zwischen Gieseh und Alt-Kairo der Insel Rudah entgegen, die wie ein grünes Bollwerk und eine Wehr, oder wie eine schwimmende Opfergabe von Blumen und Früchten der alten Gottheit von Ka- hira entgegengcscndct. Dem paradiesischen Eilande schließen sich die Plantagen Jbrahihm's in Fostat an, aber in dem ungeheuren Panorama erscheinen diese grüne Massen nur wie ein Smaragd auf
') Zwei große Plätze.