Häusern. Hiervon sind natürlich mehrere von Mahammed-Aali angelegte, von Aabahs-Pascha aber thcilweis schon wieder aufgelöste oder wenigstens ganz vernachlässigte Schulen ausgenommen. Auf ihnen wurden talentvolle Knaben auf Kosten der Regierung in mehreren Sprachen und den nöthigsten Wissenschaften unterrichtet und zu Beamten herangebildet. Die Schulen oder, besser gesagt, die Hochschulen (Meträsse) standen unter spezieller Leitung tüchtiger Europäer und waren in recht gutem Zustande. Da übernahm Aabahs die Regierung, besuchte die Schulen und nahm die Hälfte der Zöglinge weg, um sich aus ihnen ein phantastisch gekleidetes Cadettcnregimcnt zu bilden. Die hübscheren unter ihnen wußte er noch besser zu verwenden und steckte sie in seinen Kna- benharehm.
Gewöhnliche Volksschulen werden von einem Fakh'rc (Geistlichen) oder Hohdje (Lehrer) angelegt und sind Privatanstaltcn. Dort werden die Knaben einige Jahre unterrichtet und lernen den Khorahn lesen, Schreiben und Rechnen*). Die Schulstubcn befinden sich zur ebenen Erde; unbekümmert um das Gewühl und das Leben der Straße vor ihnen beginnt der Lehrer seinen Unterricht und gewöhnt die Knaben frühzeitig daran, eine gute Partie Schläge auf die Fußsohlen ertragen zu lernen. Das Getöse und Lärmen vor der Thür der Schulstube stört die lernbegierige Jugend übrigens nicht im Mindesten, weil sie selbst ein Lärmen verursacht, gegen welches das auf der Straße „Friede Gottes und süße Harmonie" ist. In allen Nythmen und Tonarten lesen, sprechen, brüllen und heulen sie durch einander und entwürdigen dabei den Khorahn auf eine abscheuliche Weise. Ernsthaft sitzt der mit einem langen Rohrstabe bewehrte Fakhie auf einem Kissen und hört, wie wenn er zwanzig Ohren hätte, auf das Durchcinanderbrüllen der
*) An letzterem sind die Araber »och sehr zurück und bedienen sich unter Anderem ganz absurder Zeichen, um die Bruchtheile halb, viertel, achtel, sechzehnte!, drittel, sechstel, nenntet, zwölftel, fünftel und zehntel auszudrücken, denn weiter geht ihre Kunst nicht. Einen koptischen Schreiber, der sich rühmte, ein großer Rechnenmeister zu sein, brachte ich mit einem Kettenregelexempel in nicht geringe Verlegenheit.