Jugend. Wenn Einer nur einen Buchstaben fehlerhaft liest, der Lehrer hat es gewiß gehört und ermähnt seine Schüler mit einem Schlag seiner Gerte, achtsamer zu sein. Beim Schreiben haben größere Schüler die jüngeren und unwissenderen mit zu beaufsichtigen. Das Schulgeld, welches der Fakh'ie von den Eltern der Kinder empfängt, ist gering und lange nicht hinreichend, ihn zu ernähren, weshalb er noch viele Nebendienste treibt, z. B. Briefe für des Schreibens Unkundige, Kontrakte, Schuldverschreibungen und andere Schriften anfertigt.
Von den Fabriken spreche ich nicht; ich habe mich nie dafür interessirt, auch stehen sie unter der Mittelmäßigkeit.
Kairo's Vorstädte sind für sich betrachtet ganz anständige Städte. Bulakh soll vierundzwanzigtauscnd, Alt-Kairo fünf- zehntauscnd, Djieseh ungefähr sechstausend Einwohner haben. Bulakh liegt eine Viertelstunde, Fostat zehn Minuten von der Stadt entfernt, beide dicht am Nile. Beide sind die Häfenplätze der Stadt, Bulakh für die nach Unteregypten, Altkairo für die nach Oberegypten gehenden Schiffe. Beide Städte haben ihre eigene, der von Groß-Kairo jedoch untergeordnete Polizeiverwaltung. In Bulakh befindet sich ein Hauptzollamt, das Arsenal auf der Werfte, die Druckerei, Erzgießerei, das Büreau für die Dampfschiffe, Baumwollenspinnereien und andere Fabriken; Alt-Kairo hat auch ein Zollamt, Zuckersiedereien, Dampfschöpfmaschinen und mehrere Fabriken, ich weiß nicht mehr wozu. In Djieseh befinden sich eine große Militärschule für die Reiterei, die Regicrungsgcbäude für die Provinz Massr oder Mittelegypten und die Brütöfen, wie auch mehrere Dampfmaschinen zur Bewässerung der den Söhnen Jbrahihm - Pascha's gehörigen Ländereien. Unzählige Rcitesel, Pferde, mit Ochsen bespannte Waarenkarren, Kamele, Maulthicrc und in neuester Zeit zwischen Großkairo und Bulakh sogar Perso- nenomnibi stellen die Verbindung unter diesen Stadttheilen her; der Verkehr ist, wie sich erwarten läßt, sehr lebhaft. Die Vorstädte haben ihre eigenen Basars, in denen man die gewöhnlichsten