Seine Durchlaucht der regierende Fürst, der den überwiegend grössten Theil säinintlicher Landesausgaben aus seinem Privat- vermögen bestreitet, sein Land nicht gänzlich an Oesterreich abgetreten hat.
Seine Durchlaucht Fürst Johann II. trat, nach Ableben seines hochseligen Vaters des Fürsten Josef Alois, am 12. November 1858 die Regierung an. In den Traditionen seines Hauses erzogen, hat Fürst Johann II. besonders sich dem Studium der Wissenschaften und Künste gewidmet. Eine umfassende wissenschaftliche Bildung, feiner künstlerischer Geschmack und Erfahrung in allen ritterlichen Künsten, machen den jungen, am 5. October 1840 gebornen Fürsten zu einem der ausgezeichnetsten und glänzendsten Cavaliere von Deutschland und Oesterreich. Sein Palais, w elches ursprünglich 101)4 von dem berühmten Architekten Hildebrandt erbaut und in den Jahren 1839 bis 1840 von Devignes restaurirt wurde, ist eines der schönsten und grossartigsten Wien’s und trägt, wie kaum ein zweites, den imponirenden Charakter des Palastes eines Grand- Seigneurs. In allen Einzelheiten erkennt man den feinen, kunstverständigen Geschmack des ritterlichen Besitzers.
Im öffentlichen Leben ist Seine Durchlaucht selten hervorgetreten. Im Jahre 1803 betheiligte sich Fürst. Johann II. als Mitglied des deutschen Bundes an dem damals in Frankfurt a. M. unter dem Präsidium Seiner Majestät des Kaisers Franz Josef I. von Oesterreich stattgehabten Fürsten tag. Als jüngstes Mitglied der erlauchten Versammlung übernahm Fürst Johann II. das Referat über mehrere sehr wichtige Theile des Bundesreformentwurfs und seine eingehende und lichtvolle Berichterstattung erregte damals allgemeines Aufsehen und legte Zeugniss von der glänzenden staatsmännischen Begabung und den reichen Kenntnissen des jungen Fürsten ab.
Besonderes Interesse widmet Seine Durchlaucht Fürst Johann II. der Landwirthschaft, wozu ihn die Verwaltung seiner grossartigen und ausgedehnten Besitzungen in Oesterreich, Preussen und Sachsen veranlasst. Der Gesammtumfang der fürstlichen Besitzungen be-