Aichaer Wollwaaren-Druckerei, und zwar die Maschinendruckerei, deren räumliche Entfernung von der in Böhmisch- Aicha verbliebenen Handdruckerei aus Zweckmässigkeitsgründen wünschen swerth war. Auch etwas Hand Weberei wurde in diesen Gebäuden betrieben.
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Kettenputzerei in Böhmisch-Aicha.
Damals kam dem unternehmungslustigen Manne der Gedanke, dass die örtliche Lage Semils, an einem wasserreichen Flusse und an der Eisenbahn — der Bahnen waren damals in Böhmen noch wenige — in hohem Grade für eine Baumwollspinnerei geeignet sein müsse, und in der That sehen wir Schmitt bereits im Jahre 1862 vom Fürsten Rohan ein unterhalb der Stadt Semil gelegenes, umfassendes Grundstück erstehen und daselbst den Grund legen zu dem nachmaligen »Iserthai«. Dieses Grundstück liegt etwa eine halbe Stunde von der Stadt und der Bahnstation Semil entfernt, ganz nahe an der engen, romantischen Felsenschlucht Rik, zu welcher das Thal der Iser ganz plötzlich eingeengt wird, um sich am Ende derselben wieder zu dem Eisenbroder Thalkessel zu erweitern. Zunächst wurden auf diesem Grundstücke Spinnerei- und Webereigebäude errichtet, und mit 10.000 Spindeln wurde der Betrieb der Baumwollspinnerei eröffnet. Eine grosse Störung brachte ihr der amerikanische Krieg; ein Jahr lang blieb der Betrieb unterbrochen und der enorme Preissturz der Baumwolle brachte begreiflicherweise namhafte Verluste.
Indessen wurde an der weiteren Ausgestaltung der Spinnerei nichts versäumt, und bereits hatte sie 27.000 Spindeln, als sie — das Schicksal so vieler Spinnereien theilend — am 4. März 1870 ein Raub der Flammen wurde. In den Jahren 1870 —1872 wurde an Stelle der abgebrannten Spinnerei eine neue, grössere und schönere aufgeführt, zunächst mit 40.000 Spindeln, denen im Jahre 1875 weitere 10.000 folgten. Mit diesen 50.000 Spindeln wurde bis in die Neunzigerjahre gearbeitet. In den Jahren 1894 —1896 wurden 40.000 Spindeln alten Systems abgebrochen und durch 70.000 neuester Construction ersetzt. Gleichzeitig wurde eine neue, imposante Sulzer’sche
Dampfmaschine von 1200 Pferdekraft und fünf neue Dampfkessel (System Tischbein), jeder mit 150 Quadratmeter Heizfläche, aufgestellt. Die in der Spinnerei erzeugten Baumwollgarne werden zum weitaus grössten Theile verkauft, nur ein kleiner Theil wird in der eigenen Weberei verwendet.
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Rest des Handbetriebes: Spulerei in Böhmisch-Aicha.
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