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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
Entstehung
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Wo sein Wasser hinreicht, ist Leben, daneben der Tod und haarscharf ist die Grenze gezogen, ohne Uebergang zwischen dem saftigsten Grün und dem gelben Sande der Wüste.

Jetzt begann der Abstieg, der in raschen Sprüngen von einem Stein zum andern vollzogen wird.

Schwieriger gestaltete sich das Eindringen in das Innere. Theils steil hinab, theils steil hinan, ein Stück auf allen Vieren, immer gebückt, auf glatt abgetretenem Stein mit geringen Spuren von Stufen das Unternehmen war sehr beschwerlich.

Die Fledermäuse, aufgescheucht durch unsere Kerzen, pfiffen um unsere Köpfe; hiebei eine starke Hitze, und endlich am Ziele ein finsterer, viereckiger Raum, die Todten- kammer Cheops. Das Bewusstsein, in derselben gewesen zu sein, wird für alle Besucher, Forscher ausgenommen, wohl die einzige angenehme Erinnerung an diese Expe­dition sein.

Nach einer kurzen Rast und Erfrischung mit Orangen ging es an Campbells Grab, so benannt von seinem Ent­decker dem damaligen englischen Consul zu Ehren, dann an einem Familiengrabe aus dem 7. Jahrhunderte v. Chr., vorbei zur Sphinx, diesem Kolosse, der einem wie ein guter alter Bekannter entgegengrinste, so oft hat man ihn in Ab­bildungen gesehen.

Die Vorderfüsse sind von dem verwehenden Sande blossgelegt, während der rückwärtige Theil noch vergra­ben sitzt.

Zum Schlüsse wurde der Granittempel besichtigt: der mächtige Ueberrest eines alten Tempels. Die Granitsäulen und Platten, die Alabasterblöcke erregten unsere Bewun­derung.