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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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Kleidung, dem schwarzseidenen Ueberwurfe, Koptinnen. Diese Kirche gehört der Mission für Aegypten, eine zweite der Mission für Centralafrika und eine dritte steht unter österreichischem Schutze. Nach der Messe durch die Muski mit ihrem Ge wühle. Von einem Minaret rief der Muezzin zum Gebet.

Nachmittag in das Museum von Bulagh unter der liebenswürdigen Führung von Emil Brugsch Bey, Custos im Museum, einem Bruder des berühmten Aegyptologen Brugsch Pascha.

Wir wurden nur zu dem Sehenswerthesten geführt.

Beginnend bei den ältesten Denkmälern, ganz wunder­voll ausgeführten Statuen, prächtigen Malereien von der Zeit um 3500 v. Chr., die von der höchsten Kunstfertigkeit und Vollkommenheit der Technik Zeugniss geben, bis zu den ersten Jahrhunderten christlicher Zeitrechnung, in welcher die primitivste Auffassung zum Ausdrucke kommt; welch merkwürdiger Rückschritt!

Wie kann im selben Lande die Kunst und Technik so ganz verloren gehen? Es ist wohl nur zu erklären durch vielleicht Jahrhunderte lange kriegerische Umwälzungen, durch ein Ueberfluthen des Landes mit fremden Völkern, und durch den Umstand, dass die Kunstschätze der alten Zeit, verborgen in den Gräbern, verschüttet durch den Sand der Wüste, unzugänglich waren den Blicken der Nachwelt, bis sie der Forschersinn neuester Zeit erst wieder der Be­wunderung zugänglich machte. Auch wundervollen Schmuck entnahm man den Mumiengräbern. Die Mumien der Könige wurden uns gezeigt, manche, wohlerhalten, Hessen die Züge deutlich erkennen, während andere den Charakter der Todtenköpfe tragen.