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Ritt bei dem ersten Felsengrabe, einem aus dem Kalksteine herausgehauenen geräumigen Zimmer mit einer Vorhalle. Spuren an der Decke zeigten, dass einst Pfeiler dagestanden waren. Dann ging es auf die halbe Höhe der hier das Nilthal begleitenden felsigen Hügel. Etwa fünfzehn Felsengräber liegen nebeneinander, manche einfach ohne Schmuck mit den Resten verschiedener Säulen, vier-, acht- und sechzehneckig, cannelirt und glatt mit dorischen, oder besser gesagt, protodorischen, gedrungenen Capitälen, eine mit den Lotosblattverzierungen. Hier der erste Uebergang des Pfeilers in die Säule. Auch die ersten Anläufe zu weiterer architektonischer Auffassung liegen vor. Es entwickelt sich die Gebälkbildung; der Architravbalken erscheint, ebenso wie ein stark ausladendes Gesims, von sparrenförmig vorspringenden Latten gestützt. Alles aus dem natürlichen Felsen gehauen; die Decke flach, die Zwischenwände zwischen den einzelnen Felsengräbern kaum mehr als fussstark. Die beiden nördlichsten sind zierlich, über und über mit Abbildungen bedeckt. Verschiedene Arbeiten und Beschäftigungen, Schmiede, Glasbläser, Töpfer etc., Ernte, Fischfang, Jagd; Thiergattungen, Ringkämpfe, Kähne auf dem Wasser. Wenn auch etwas verblasst, ist doch die prachtvolle Ausführung- noch immer deutlich zu erkennen. Die Gräber sind unter der XII. Dynastie, d. i. zwischen 2460—2260 v. Chr., und zwar unter Usertisen entstanden; das eine gehört einem gewissen Ameni, Verwalter unter diesem Herrscher, das zweite war das Grab des Chnumhotep, der dem Könige Amenemha II. diente. Die Anderen sind unbekannt. Von den Gräbern a us prachtvolle Aussicht über das flache jenseitige Ufer.
Lustig ging es zum Schiffe zurück, wo die Katzenmumien verkaufende und „Bakschisch“ erbittende Be-