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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
Entstehung
Seite
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Auch hier wieder an den Wänden so manches Blatt der ägyptischen Geschichte: die Feldzüge Ramses II. gegen die Hethiter und am Orontes verherrlichend.

Ein Theil des Tempels wurde in der ersten christlichen Zeit als Kirche benützt, und so sehen wir das Kreuz prangen auf den Bauten des grauen Iieidenthüms.

Auf dem linken Ufer des Nil der obengenannte von Seti I. (1350 V. Chr.) gebaute Tempel von Kurna; arg zerstört, man sieht nur mehr das Allerheiligste, vor dem schlanke Bündelsäulen mitKnospencapitälen stehen. An den Wänden erscheint Seti den Göttern opfernd.

Nicht weit davon der Tempel Der el-Bahari (Kloster des Nordens), ein von der Königin Hatschepsu, der Witwe Tutmos II., die mit mächtiger Hand für ihren Neffen, den grossen Tutmos III., die Zügel der Regierung führte, in Terrassen angelegter Tempel. An einer Wand sieht man die grosse Flottenexpedition, die von der Königin nach dem Weihrauchland, an der Küste des rothen Meeres, entsandt wurde; das Beladen der Schiffe und die glückliche Heim­kehr mit reicher Beute.

Südwestlich davon das sogenannte Rameseum, von Ramses II. zur Erinnerung an den siegreichen Hethiterkrieg errichtet, mit dem Koloss des Königs aus rothem Granit; jetzt verstümmelt am Boden liegend. Der Festsaal mit schönen Säulen; an der Wand die 23 Söhne und 3 Töchter des Königs; daran anstossend ein kleiner Raum zur Auf­bewahrung der heiligen Bücher, von Diodor als Bibliothek bezeichnet. Die Decke mit astronomischen Zeichen ge­schmückt.

Der el-Medine, ein von Ptolemäus IV. (221 v. Chr.) dem Hathorcultus geweihter kleiner Tempel, lehnt sich bereits an die schroffen Felswände an.