Dokument 
Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
Entstehung
Seite
54
Einzelbild herunterladen

mtMt

wwnir'

54

Reisegesellschaft leidet stark unter dem ermattenden Ein­flüsse der Wärme; nur wenige Tapfere, darunter meine Anna hatten den Tempel besucht.

Gegen 4 Uhr Nachmittags näherten wir uns dem End­punkte unserer Dampfschiffahrt. Das Thal wird weit und fruchtbar auf dem rechtenUfer. Zahlreiche Palmen, zwischen denen die ersten Häuser Assuans, die Baracken des hier liegenden 10. sudanesischen Regiments, halb versteckt lagen, weiter die Stadt selbst. Ziemlich hohe Granitberge, von Forts, Schechgräbern und Mauerresten gekrönt, bilden den Horizont gegen Süden.

Das linke Ufer bleibt Wüste, gelber Sand, hingeweht wie Schneewehen bei uns, in die Einsenkungen und Mulden des kahlen Gesteines.

Wir legten des niedrigen Wasserstandes halber ziemlich weit von Assuan an einer breiten .Sandbank an. Verkäufer aller Art erwarteten uns am Ufer, gesattelte Esel harrten der Ankömmlinge, während die Treiber der Reitkameele ihre Thiere herumtummelten, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Wir wurden von einem schwarzen, wild aussehenden Kerl begrüsst, der uns als Jäger empfohlen war, und den CI. von Luksor aus bestellt hatte. Wir besprachen mit ihm, mit Hilfe eines Dolmetsch, der auch nicht viel wusste, die möglichen Jagdausflüge und schlossen uns dann der übrigen Gesellschaft an, die in kleinen Booten zur Abfahrt bereit war.

Wir fuhren auf die gegenüber von Assuan liegende Insel Elephantine; der Nil ist hier sehr breit, macht den Eindruck eines Sees und bildet viele Inseln. Einzelne Granit­blöcke, zum Theile aus dem Wasser hervorragend, zum Theile nur seicht vom Wasser überspült, erschweren die Fahrt. Nach mehrmaligem An- und Auffahren erreichten wir