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entrissen wurde. Die Heimfahrt mit dem Strom bei dem monotonen, in langen Tönen gezogenen Gesänge der Schiffer, hie und da unterbrochen von der hell einsetzenden Stimme eines jungen Sängers oder von dem lauten Ruf Allah! war zauberhaft schön.
Nachdem wir schnell einige Bissen zu uns genommen hatten, trabten wir, geführt von unserem mit langem Schrottgewehr bewaffneten, schwarzen Freund Amer Abd-el-Salam, über die Sanddünen, dann durch Assuan mit seinen hell erleuchteten Kaffeehäusern, vorbei an Kasernen, an Schildwachen, die uns anriefen, unter Palmen durch, in das wild zerklüftete Land hinaus. In einem kleinen Thale wurde Halt gemacht, das vorbereitete todte Thier als Lockspeise hinausgelegt. So gut es ging, versteckten wir uns in zwei in den Sand gegrabene Löcher und warteten gespannt auf das Wild. Wir hofften auf Hyänen, Wölfe oder zum Mindesten auf Schakale. Die Nacht war prachtvoll, der Mond beleuchtete grell die kleine Sandfläche vor uns. Es muss diesen Abend ein Llundefest in Assuan gewesen sein, denn das Gebell in allen Tonarten hörte nicht auf. Doch plötzlich hörten wir einen Schakal in unserer Nähe mit seiner kläglich heulenden Stimme. Leider vertrieb ihn ein Hund, der in der Nähe war. Einmal nur sehen wir von Weitem einen Schatten zwischen den Steinen dahinschleichen. Der erste Jagdversuch war misslungen. Das Aas wurde an einen Baum gehängt, um den nächsten Abend wieder verwendet zu w T erden. Es war 2 Uhr Nachts vorbei, als wir heimkehrten. Feierliche Stille herrschte überall, nur das kreischende Geräusch der sich drehenden Sakije (Schöpfwerke) war zu hören, hie und da ein anschlagender Hund oder ein in der Ferne heulender Schakal.
io. Februar. Sonntag. Zeitig schon entwickelte sich reges Leben am Ufer. Niedliche Körbe, Gazellenhörner, Glas-,