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Bernstein- und Muschelschnüre, die eigenthümlichen ; nur aus schmalen Lederriemen bestehenden, mit Muscheln geschmückten primitiven Kleidungsstücke nubischer Damen, Schilder aus Elephantenhaut, Schwerter, Lanzen und Messer, mit kleinen Riemen am Arme zu tragen, kleine Geldtaschen, mit Leder überzogene Fläschchen zur Aufbewahrung des Kohel, des schwarzen Färbemittels für die Augenlider, Amulette, silberne Ringe und Spangen u. s. w. wurden ausgeboten und vielfach erstanden. Doch all’ dies war ja auf dem Bazar noch besser zu haben, und so ritten wir denn in die Stadt. Wie in Siut, so ist auch hier der Bazar in einer engen gedeckten Gasse. Der Hauptverkehr spielt sich in derselben ab. Der Kaufmann sitzt mit gekreuzten Beinen vor seinem offenen Laden und langt einen Gegenstand nach dem andern hervor, um ihn anzupreisen. Die Vorübergehenden mischen sich in den Handel, bieten wohl selbst noch Gegenstände an. Immer dichter ist man umgeben von Händlern, Neugierigen und Bettlern, bis der eigene Stock oder die Peitsche irgend eines Soldaten die Umgebung wieder für kurze Zeit säubert.
Nachmittags nahmen wir ein Boot und fuhren bei ausgespanntem Segel, getrieben von scharfem Wind, abermals auf die Insel Elephantine. Die Aussicht war leider schlecht, denn die Luft war erfüllt von aufgewirbelten Sandmassen. Die Sonne drang kaum durch. Nichtsdestoweniger genossen wir das dolce far niente auf diesem schönen Fleckchen Land. Bei der Heimfahrt gelang es mir, einen starken Pelikan zu ischiessen, dessen Flugweite mehr als ioFuss betrug. Unter dem Jubel der Matrosen und dem Ah! und Oh! der Mitreisenden wurde er auf den „Rameses“ gebracht.
Nach Tisch zogen wir wieder hinaus; Anna ging mit uns. Diesmal versteckten wir uns in der Einfassung eines Schöpfwerkes, so gut es ging. Unser wilder Jäger über-
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