Verspannung als Decke. Altes Schnitzwerk, Elfenbeinintarsia und einige Bilder, auf Holz gemalt, sind der geringe Schmuck des Gotteshauses; in der Krypta werden Nischen gezeigt, in welchen die Jungfrau Maria mit dem Heilande gewohnt haben soll.
Die Gama Amr, eine der ältesten Moscheen des Landes, wurde hierauf besichtigt; sie stammt aus dem Jahre 643 n. Chr., ist wohl eine Ruine, aber doch sehr sehenswerth: ein grosser, mit einer Reihe Säulen umgebener Hof, der Brunnen für die Waschungen in der Mitte; dann die grosse Säulenhalle, in der die Kibla die Mitte der Ostwand einnimmt. Bei dieser eine Säule, die auf Befehl Amr’s von Mekka aus durch die Luft an diese Stelle gekommen ist. Eine weisse Ader im Steine ist der Eindruck des Peitschenhiebes, den der Zauberkünstler Amr der Säule gab, um sie zu der Reise zu veranlassen.
Der Stein ist von der vielen Berührung durch Gläubige auf der einen Seite leicht ausgehöhlt.
Nachmittags abermals in die Bazare, die trotz ihres grenzenlosen Schmutzes einen unwiderstehlichen Zauber auf uns ausüben; doch nicht auf uns allein, denn es wimmelt von Fremden wie von Eingeborenen beiderlei Geschlechtes, und die glühenden Augen der tief verschleierten Mohammedanerinnen vor den Gold- und Silberläden wie bei den gestickten Stoffen beweisen, dass auch sie gerne all’ diesen Reichthum ihr Eigen nennen möchten.
20. Februar. Herr von R., unser Generalconsul, holte uns ab, um uns in verschiedene Moscheen zu führen, zu deren Besichtigung es besonderer Erlaubniss bedarf.
Gama el-Azhar, d. h. „Die Blühende“, wurde gleich nach der Einnahme Cairos (96g n. Chr.) durch Djohar, den Feldherrn des fatimidischen Chalifen Muiz, von jenem gebaut