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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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und schon unter dem Chalifen Aziz Billah (975996 n. Chr.) als Universität eingerichtet. Es ist die bedeutendste Universität des Orients und wird manches Jahr von bis 10.000 Studenten besucht. In einem engen Gässchen erblickt man das schöne, mit Stalaktiten und verschiedenen Inschriften geschmückte Thor; durch dasselbe eintretend, hat man rechts und links zwei kleine Moscheen: in der einen trug ein Gelehrter, auf dem Boden sitzend, aus dem Koran vor. Seine Schüler, alt und jung, sassen vor ihm, horchten seinenWorten, lasen und schrie­ben nach. Dieser Professor hat den Ruf eines grossenWeisen.

Im sehr grossen Hofe sassen und ergingen sich die Jünger der Wissenschaft. Sie wiederholten das Gelernte oder assen zu Mehreren vereint aus einer Schüssel und unter­hielten sich trefflich dabei. Um den Hof läuft eine Reihe von Säulen; manche von diesen fehlen, denn der Bau leidet stark an Altersschwäche, wird aber soeben restaurirt.

Dem Hauptgange gegenüber ist die grosse Moschee. In acht Reihen stehen 38o Marmorsäulen, die neun Schiffe bilden; an der Ostwand vier Gebetsnischen für die vier aner­kannten Secten des Islam: Schafeiten, Malekiten, Hanefiten und Hambaliten.

Bei jeder Säule sitzt ein Professor, seine Hörer im Halb­kreise um ihn herum. Er trägt monoton, halb singend, vor, mit den durch den Ritus vorgeschriebenen Beugungen und Wen­dungen des Oberkörpers. Die Zöglinge folgen seinem Bei­spiele.

Zwischen all diesen Menschen schreitet der Wasser- und Esswaarenverkäufer umher, denn manche Vorträge sind beendet und die Herren Studiosi daher bei der Mahlzeit. Aber auch Fromme gibt es, die knieend mit der Stirne den Boden berühren oder an der Ostwand mit erhobenen Händen ihre Gebete verrichten.