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.Bechern (zärf), in denen die Schale (fingan) steht. Der Zärf des Khedive war mit funkelnden Steinen besetzt.
Der Vicekönig ist im Gegensätze zu seinem Vater Ismael äusserst wirthschaftlich und sparsam. Er hat nur eine Frau; seine Söhne werden in Wien im Theresianum erzogen.
Nachmittags fuhren wir in den Badeort Heluan, den man mit der Bahn in drei Viertelstunden erreicht. Der Zug braust durch Theile der Stadt dahin und zwischen den Mamelukengräbern, mitten durch die Stätte, wo die auf der Citadelle im Jahre 1811 durch Mohammed Ali niedergemetzelten 480 Mameluken bestattet wurden.
Weiter geht das Gleise durch die Wüste, an einigen unbedeutenderen Orten vorbei, bis man das Endziel erreicht. Ileluan selbst liegt in der Wüste; wenige Bäume, zu einer spärlichen Allee vereinigt, führen zum Hotel, bei welchem sich ein kleiner öffentlicher Garten befindet. Sonst ist jede Anpflanzung verboten. Man will keine Feuchtigkeit und keine Mosquitos, nach Schatten sehnt sich kein Orientale.
Die Bäder, Schwefelquellen von 3o°C., sind nett eingerichtet und sollen stark benutzt werden. Herr Helzel, Besitzer des Hotels und zugleich Pächter des Bades, ist ein Landsmann. Er ist ein Leitmeritzer und hatte die grösste Freude, Nordböhmen in uns zu sehen.
Der Khedive lebt grösstentheils hier, verschiedene reiche Cairenser haben Villen. Ein trostloser Aufenthalt nach unserem Begriffe. Nur die Aussicht über die Wüste in das Nilthal, auf die Pyramiden von Dahschur bis Gizeh und auf die libysche Wüste ist prachtvoll und die untergehende Sonne gab dem stimmungsvollen Bilde die entsprechenden warmen Töne. Man wird zum wahren Sonnenanbeter in diesem Lande der Beleuchtungseffecte.