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CI. und H. yerliessen uns; sie machen einen mehrtägigen Jagdausflug in die Wüste auf Steinböcke und Gazellen. Auf Kameelen sitzend, von Beduinen bewacht und begleitet, zogen sie ab. Waidmannsheil wurde ihnen nachgerufen.
24. Februar. Eine Fahrt nach den Schlössern von Gizeh und Gezireh liess uns einen Blick auf die Prachtliebe des früheren Khedive werfen. Gizeh ist jetzt Staatseigenthum: zwei grosse Paläste, durch Terrassen und Gänge verbunden, waren einst der Lieblingsaufenthalt Ismaels.
Der gegen den Nil zu liegende Theil, von aussen im Renaissancestil gehalten, ist unvollendet, die grosse Stiege noch nicht ausgebaut. Das schönste Marmormateriale wartet, in Kisten verpackt, auf seine Verwendung; der Theil wird wohl nie ausgebaut werden. In den grossen Sälen und Zimmern soll das Bulak-Museum, dem seine jetzige Behausung nicht mehr genügt, untergebracht werden.
Die Räume alle gross und luftig. Kleine Gärten in' den Höfen und im ersten Stock. Die Terrassen und Fenster der von den Frauen bewohnten Theile gegen aussen verwahrt mit jenen hübschen arabischen Holzgittern. Die Einrichtung ist bereits an den Meistbietenden verkauft; jetzt werden die kostbaren gestickten Seidenstoffe von den Wänden herabgenommen, um ebenfalls veräussert zu werden. Wenige Francs werden gelöst werden für das, was um viele Tausende angeschafft wurde. Die jetzige Generation zerstört, was die frühere geschaffen hat; die Paläste werden geleert, wo eine Façade sich abbröckelt oder ein Gesimse abfällt, lässt man Allah schalten!
Der Park sehr schön angelegt: die herrliche Vegetation wuchert überall ungezügelt. Die lauschigen Grotten mit rieselndem Wasser könnten wohl so manches Märchenhafte von