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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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früheren Zeiten erzählen. .Sie sahen den Herrscher im Kreise seiner schönen Frauen, sie sahen den Zauber orientalischen Lebens! Jetzt sind auch sie vernachlässigt und dem Unter­gänge geweiht.

Gezireh hart am Nil prachtvoll gelegen. Das Schloss, in dem unser Kaiser während seines hiesigen Aufenthaltes gewohnt hat, ist noch Eigenthum Ismaels.

Es wird erhalten, dank der Fürsorge seines Sohnes Hussein. Stiegenhaus, Säle und Zimmer, Alles grosse schöne Räume, in denen der Aufenthalt selbst in der heissesten Jahreszeit erquickend sein muss. Die Ausstattung ist äusserst geschmacklos. Die wildeste Phantasie französischer Tape­zierer liess eine Einrichtung entstehen, die orientalisch sein möchte, aber scheusslich ist. Alles strotzend bunt, ge- schnörkelt.

Im schönen Garten ein grosser Kiosk mit Badesälen und Salons. Gusseiserne Säulen im Alhambrastyle wahre Dutzendwaare schmücken den Vorhof und die Terrassen. In dem Lande vieltausendjähriger Kunst, wo herrlicher Ala­baster und Marmor die Bauten früherer Zeiten ziert, ist dieser nivellirende Bahnhofstil des 19. Jahrhundertes eine wahre Profanation. Eine amerikanische Gesellschaft wollte Schloss und Park kaufen, um ein grossartiges Vergnügungslocale mit Spielbank daraus zu machen; doch zerschlug sich das Geschäft.

25. Februar. Der Cairenser Aufenthalt geht leider zu Ende; in wenigen Tagen verlassen wir das Land der Pha­raonen und Chalifen, das Land, in dem die Cultur nach Jahr­tausenden rechnet. Man recapitulirt das Gesehene, ordnet Tagebuch und Einkäufe, übergibt letztere einem Spediteur zur Pleimsendung.

Franz Graf Th., Eine Orientreise.

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