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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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durchziehen dieselbe. Die Häuser mit grossen Veranden liegen theils in, theils vor grossen Gärten. Die Strassen und Plätze haben französische Namen, ist doch die ganze An­siedlung eine französische.

Lesseps Villa, an der Place Poponet gelegen, auf welcher mehrere Sphinxe, Götter- und Königsfiguren auf­gestellt sind, die in den Ruinen des nahen Pithon gefunden wurden.

Ein Franziskanerkloster mit netter Kirche beherbergt soeben den Erzbischof von Alexandrien. Dem französischen Hafencapitän einen Besuch abgestattet; derselbe führt die Aufsicht über den hiesigen Anlandungsplatz und einen Theil des Canals. Von hier aus werden Dampfschiffe zum Remor- quiren und zur Unterstützung passirender Schiffe ausgesandt. Im Jahre 1887 passirten 3 i 37 Schiffe mit 8,430.043 Tonnen und 178.791 Reisende den Canal. Per Tonne wird eine Taxe von 10 Francs, bei Handelsschiffen eine Surtaxe von 3 Francs, für jeden Passagier eine Gebühr von 10 Francs eingehoben. Die Ausgaben der Gesellschaft für Erhaltung des Canals, für die Ausbaggerung, für den Betrieb der eigenen Schiffe und für die Verwaltung im gleichen Jahre wurden mir mit mehr als 23 Millionen Francs angegeben. Die Verinteressirung des Capitals ist, dank dem immer zunehmenden grossen Verkehr, eine vortreffliche, der Stand der Actien hoch. Hätte sich Ismael Pascha in einem Augenblicke der Geldklemme nicht um kleinen Gewinn aller seiner Obligationen entledigt, welche die englische Regierung ihm abkaufte, so wäre er vielleicht heute noch Herr in Aegypten und könnte seinen Hang nach Pracht noch befriedigen.

3. März. Um 5 Uhr Früh in die Messe gegangen, dann gefrühstückt und das Gepäck auf kleine Wagen verladen, um dasselbe an Bord der Postdampfer zu bringen. Da kommt

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