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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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sich mit gleichen Gedanken. Der Canal, den Hystaspes ge­baut und Ptolemäus II. erweitert hatte, verfiel wieder, soll sogar durch den Chalifen al-Mansur verschüttet worden sein. Alle späteren Projecte kamen nicht zur Ausführung, erst Lesseps Genie führte die That durch.

Mittags trafen wir in Port Said ein. Wir sollten Nach­mittag nach Jaffa abreisen; der Wind war jedoch so stark) dass das Schiff die Abfahrt auf morgen verschob. Hoffent­lich ist es morgen besser. '

Port Said ist ein Ort, dessen Bedeutung sich seit der Eröffnung des Suezcanales von Jahr zu Jahr hebt. Freund­liche Häuser mit grossen Terrassen, breite, leidlich gehaltene Strassen; der Hafen voll von Schiffen. Die Consulate und die Agentien der grossen Schifffahrtsgesellschaften lassen ihre Flaggen lustig wehen. Eine deutsche Escadre, englische, fran­zösische, italienische Kriegsschiffe liegen vor Anker. Passa­gierboote laufen ein, um morgen die Fahrt fortzusetzen, sei es durch den Canal, sei es längs der syrischen Küste oder in europäische Häfen.

Es ist Faschingssonntag, das Leben auf den Strassen lebhaft. Matrosen aller Zungen, jene von den Kriegsschiffen sauber gekleidet, in kleinen und grossen Trupps, Europäer in modernen Gewändern, Griechen und Albanesen in ihren malerischen Trachten, dem weissen, weit abstehenden Röck- chen, Türken und Araber im Kaftan mit Turban und Fez, Beduinen im Burnus, der durch eine dicke Schnur am Kopfe gehalten wird, schwarze Negergestalten, scheinbar noch schwärzer geworden durch ihre Beschäftigung, das Aufladen von Kohlen; der Tourist mit dem grossen indischen Korkhute oder dem herabfallenden weissen Tuche über dem Hute; Dragomane in ihren auffälligen Costümen, dazwischen joh­lende Maskenzüge, lachendes Volk. Hier eine Drehorgel, da