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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
Entstehung
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von den sogenannten Templern, Protestanten aus Württem­berg. Mit deutschem Fleisse und nach unserer Art wird der Boden bestellt: der Mann bei der Arbeit und die deutsche Hausfrau mit helfend und schaffend im Wirthschaftsbetriebe des Mannes.

Mit den Anstalten für die Reise, mit dem Versuchen der Pferde, mit dem Bepacken der Tragthiere verging der Vor­mittag. Haben wir doch eine mehr als vierzigtägige Reise zu Land im eigenen Lager vor uns. Ein wahres Nomaden­leben, frei und selbstständig, nicht an Stunden und Fahrplan gebunden! Ich freue mich auf diese poetische Reise. Die vortrefflichen Einrichtungen des grossen Reiseunternehmers Thomas Cook & son begünstigten unser Unternehmen. Salim, ein schöner Maronite im schmucken Dragomananzug, ward uns zugewiesen. Fünf gute syrische Pferde standen bereit; für Anna ein ausgezeichnet schöner Fuchshengst, der ganz stolz unter seiner Last gegen 3 Uhr an der Spitze unseres Zuges aus Jaffa hinaustrabte.

Bald hatten wir die Stadt hinter uns, dann kamen die Gärten. Goldgelb hingen die reifen Orangen im dunklen Laub der Bäume, heller daneben die Citronen. Die Obstbäume zum Theile noch in Blüthe; Feigen und Maulbeeren mit saftigen jungen Blättern. Darüber die majestätischen Kronen von Palmen. Jaffa treibt einen grossen Handel mit Orangen. In Seidenpapier eingehüllt, in Kisten verpackt, werden sie mit Kameelen an den Llafen gebracht, um von da zumeist nach England verschifft zu werden.

Man durchreitet fruchtbares Land auf gut gehaltener »Strasse. Von halber Stunde zu halber Stunde ein türkisches Wachthaus, von Zeit zu Zeit ein Brunnen oder das Grab irgend eines Schöchs mit runder Kuppel. Einige Ortschaften aus Stein gebaut, die Dächer mit Gras bedeckt. Die Gärten

Franz Graf Th., Eine Orientreise. 7