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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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vorbei; hier die kleine, von Mohammedanern gehütete Him­melfahrtscapelle, auf dem Orte, von welchem sich der Hei­land in den Himmel erhob.

Die. Aussicht vom Oelberge ist prachtvoll grössartig; vor uns Jerusalem, hinter welchem soeben die Sonne unter­ging; der Tempelbezirk der Omar-Moscheen; die Grabes­kirche und die vielen anderen Kirchen und Minarets. Die Häuser aus weissem Steine gebaut, mit den runden kuppel­artigen Abschlüssen der Wohnräume. Der Berg Zion mit der Burg Davids im Osten der Stadt. Weitaus der Aus­blick in das bergige Land, vom Frankenberge bis in das Jordansthal, gegen Osten der tief eingeschnittene Spiegel des todten Meeres. Es war spät, als wir heimkehrten, und bitter kalt in unseren Zelten, als wir die Nachtruhe aufsuchten.

8. März. In der Calvariencapelle, dem Orte, wo unser Erlöser zum Heile unser Aller die Seele aushauchte, unsere Andacht verrichtet; den Segen erfleht für uns und alle lieben Angehörigen in der Heimat. Dem Patriarchen einen Besuch abgestattet und das Franziskanerkloster besichtigt, dessen Kirche wir gestern schon gesehen hatten. Ein interessantes Etablissement, enthaltend ein Waisenhaus, Buchdruckerei, die erste in Jerusalem, Tischlerei, Schlosserei, Mühle, Apo­theke u. s. w. Der Rector, welcher Custos der Grabeskirche ist und von der Pforte als Repräsentant der Katholiken in Palästina angesehen wird, war unser liebenswürdiger Be­gleiter. Ueberall Franziskanermönche und Laienbrüder an der Arbeit, theils selbst Hand anlegend, theils nur diri- girend.

Alle Freitag versammeln sich die Juden an dem alten Theile der Tempelmauer, und so gingen wir denn hin, um sie klagen zu sehen und zu hören. Es war ein furchtbares Wetter, es goss in Strömen ynd ein scharfer Wind fegte über die