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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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und mit vergoldeten Capitälen tragen ein reich vergoldetes Gebälke, auf dem die Bögen ruhen, welche die Decke einer­seits, anderseits die Kuppel tragen. Der innerste Raum ist durch ein Gitter abgeschlossen. Hier ist die grosse Fels­platte, die nach Ansicht der Moslems freischwebend ist und in welcher Eindrücke des Kopfes, der Hände und Füsse des Propheten gezeigt werden. Die Felsplatte soll zur Zeit der Juden zu den Brandopfern gedient haben. Durch zierliche Fenster mit farbigen Gläsern dringt das Licht in die Moschee, deren Wände über und über mit prächtigen Mosaiks und Goldinschriften bekleidet sind. Als Raphael sein Bild Sposalizio malte, nahm er diese Moschee als Vorbild. Ein kleiner reizender Bau, der Kettendom, frei auf Säulen ruhend, ist östlich von der Moschee, während die grosse Aksa-Moschee mit sieben Schiffen, ursprünglich eine christliche Kirche, südlich gelegen ist. Auch sie ist reich geschmückt; besonders schön der Predigerstuhl neben der Kibla mit reicher Holzintarsia. Eine Menge kleiner Tempelchen, Prediger­stühle und einzelner Bögen stehen auf dem grossen Hofraume. Durch das Thal Josaphat mit den vielen Gräbern, von denen eines das des Absalon, ein zweites das des Za­charias sein soll, erreichten wir auf steilem Pfade zu Pferde den Oelberg, am Garten Gethsemane