Dokument 
Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen

H4

Stamm ist auf einem weiten Gebiete zerstreut und im Be­sitze zahlreicher Heerden, während nur der Scheik einige Pferde hat. Ungefähr

drei Wochen noch bleibt der alte Füh­rer auf diesem Lagerplatze, dann zieht er weiter, wo frisches Weideland und eine ergiebige Cisterne dem Vieh hinlänglich Futter und Wasser gibt. Mit herzlichem Handschlag trennten wir uns von unserem würdigen Gastwirthe und verfolgten unseren Weg, der immer steiler und an manchen Stellen ausser­ordentlich schlecht wurde. An scharfen Abhängen, an schwin­delnden Abgründen zieht sich der Saumpfad dahin: theilweise spitzes Gerolle, theilweise grosse Steinplatten lauter Kalk­stein sind der Boden, auf den die Pferde mit vorgestrecktem Halse vorsichtig den Fuss setzen, ohne fehlzutreten. Jetzt geht es in ein Thal hinab und auf der andern Seite auf einem von den Klostermönchen gemachten Wege sanft hinan. Wir sind in der Nähe des Klosters Mar Saba; die Schlucht wird immer enger. Das Gebirge, nur übereinander liegende Kalk­steinschichten, war seit uralten Zeiten der Zufluchtsort zahl­reicher Einsiedler, die sich in den Wänden der Schlucht ihre