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Stamm ist auf einem weiten Gebiete zerstreut und im Besitze zahlreicher Heerden, während nur der Scheik einige Pferde hat. Ungefähr
drei Wochen noch bleibt der alte Führer auf diesem Lagerplatze, dann zieht er weiter, wo frisches Weideland und eine ergiebige Cisterne dem Vieh hinlänglich Futter und Wasser gibt. Mit herzlichem Handschlag trennten wir uns von unserem würdigen Gastwirthe und verfolgten unseren Weg, der immer steiler und an manchen Stellen ausserordentlich schlecht wurde. An scharfen Abhängen, an schwindelnden Abgründen zieht sich der Saumpfad dahin: theilweise spitzes Gerolle, theilweise grosse Steinplatten — lauter Kalkstein — sind der Boden, auf den die Pferde mit vorgestrecktem Halse vorsichtig den Fuss setzen, ohne fehlzutreten. Jetzt geht es in ein Thal hinab und auf der andern Seite auf einem von den Klostermönchen gemachten Wege sanft hinan. Wir sind in der Nähe des Klosters Mar Saba; die Schlucht wird immer enger. Das Gebirge, nur übereinander liegende Kalksteinschichten, war seit uralten Zeiten der Zufluchtsort zahlreicher Einsiedler, die sich in den Wänden der Schlucht ihre