Wohnstätten einrichteten. Jetzt ist das Einsiedeln aus der Mode gekommen, die Mönche wohnen in dem griechischen Kloster. Es soll eine Strafcolonie sein. Das Kloster ist an den Felsen angebaut, zum Theile in denselben eingehauen. Treppauf, treppab wird man geführt. Wie Felsennester sehen manche Wohnstätten aus. Die Zelle, in der der heil. Saba fünf Jahre mit einem Löwen wohnte, die Grabcapelle des Heiligen und die grosse Kirche werden gezeigt. Die Mönche pflegen kleine, auf Terrassen gelegene Gärtchen, arbeiten Stöcke, Kreuze und Rosenkränze, welche sie den Fremden verkaufen, und füttern Schakale und Vögel. Im Kloster, welches wie eine Festung verwahrt und geschützt ist, kann man Unterkunft finden, doch Frauen müssen in einem einzeln aussen- stehenden Thurme die Nacht zubringen.
12. März. Immer höher führte uns unser Weg an steilen Lehnen hinan, über Kuppen und Thäler. Die Aussicht fortwährend prachtvoll auf die Gegend hinter uns; Theile des todten Meeres wieder zu sehen, während vor uns der Thurm der Oelbergkirche erscheint und uns ein Willkommen zuruft.
Von Weitem schon ist Bethlehem zu sehen, wie es sich auf dem Berge, auf dem es liegt, amphitheatralisch auf baut; links die grosse Kirche, die solid gebauten Steinhäuser, mit den zuweilen in mehreren Stockwerken übereinander liegenden Bogenterrassen gegen das Gebirge gerichtet, über welches wir kämen. Viel Feldbau wird getrieben; Olivenhaine und Weingärten umgeben die Stadt. Auf allen Feldern und in den Gärten die Leute an der Arbeit. Es wird gepflügt, angebaut und Unkraut vertilgt, Rebe beschnitten; es werden die Terrassenmauern in Stand gesetzt. Nur auf die Wege wird keine Sorgfalt verwendet; ist ein Stück eingefallen, so treten die Thiere einen neuen Steig, aber gethan ward nichts.