Dokument 
Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
Entstehung
Seite
126
Einzelbild herunterladen

126

Die Judengräber im Josaphatthale.

wachsen mit mageren Gräsern. Zwischen Felsen und Steinen zieht sich die Karavanenstrasse von Jerusalem

nach Damascus dahin.

Wenige kleine Ortschaften hie und da an den Berg­abhängen zu sehen, nur die Moschee Nebi Samoil, nach der Sage auf dem Grabe Samuels gebaut, überragt auf hohem Gipfel das Land; in den Thälern geringer Landbau, einige Olivenbäume. Wir berühren das Dorf el-Bireh mit den spärlichen Ueberresten einer Kreuzfahrerkirche. Hier war es, wo die Jungfrau Maria und der heil. Josef bei der Rück­kehr von Jerusalem nach Nazareth den zwölfjährigen Heiland vermissten, um ihn dann im Tempel, im Kreise der Schrift­gelehrten wieder zu finden. Beim Dorfe Jebrud senkt sich der Weg in das Thal; der Pfad, welcher bisher schon schlecht genug war, wird geradezu fürchterlich; es ist kein Weg mehr, es ist ein ausgerissenes Bachbett, dessen Sohle aus Felsblöcken besteht. Wir ziehen es vor, abzusitzen und unsere braven Pferde am Zügel zu führen. Es ist unglaublich, mit welcher Ruhe und Sicherheit die Thiere dahinschreiten: vorsichtig heben sie die Füsse, den Kopf beinahe am Boden, suchen sie den besten Steig. Das Land ist offenbar von einer fleissigen Bevölkerung bewohnt, denn von hier an ist Alles,