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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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dort ein Thor, das einen Durchblick auf den See ge­währt, da wieder einige Zinnen, darunter grosse Oeffnun- gen in der Mauer.

Wir umritten die Stadt, welche ob ihres Ungeziefers berüchtigt ist. Der Araber sagt, hier wohne der König der Flöhe. Unser Lager steht am .Strande des Sees, nicht weit von uns einige amerikanische Zelte.

Auf dem Wasser schwimmen Taucher aller Art, Möven streichen dahin, in den Wiesen und Feldern schlagen Wachteln; schnell noch das Gewehr zur Hand und die kurze Spanne Tageslicht benützt. CI. schoss einige Wachteln, ich einen grossen Lappentaucher, den ein Araber um ge­ringenBakschisch aus dem Wasser holte.

Was war das für eine prächtige Abendbeleuchtung! Noch erstrahlt Alles in goldenem Lichte der Sonne; da fallen schwarze Schatten ins Thal, immer höher und höher steigend in dem Masse, als die Sonne sich senkt. Bald sind nur mehr die Spitzen der Berge in blaurothem, durchsichtigen Lichte; jetzt verfallen auch diese der Nacht. Die Schneeflächen des Hermon erglühen noch eine Weile und nun ist die Nacht dem Tage gefolgt. Ruhig liegt der See, schwach nur rauscht