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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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Die Aussicht ist unvergleichlich schön und umfassend. Vom Spiegel des mittelländischen Meeres bis weit in das Ost-Jordanland in das Hauran, über den blauen Genesareth- see hin. Im Norden der Jebel (Berg) Safed und darüber der schneebedeckte grosse Hermon. Im Süden über der frucht­baren Ebene die Berge Samarias, Judäas und Moabs am Horizonte. Ein grossartiges Panorama! Trotz der Pracht der Aussicht war unseres Bleibens nicht lange, denn wir hatten noch ein fernes Ziel. So stiegen wir denn wieder hinab, die Pferde am Zügel, über die mit Sträuchern und Bäumen dicht bewachsene Lehne. Der Charakter der Land­schaft, die wir durchzogen, ward einförmig, ein wellenförmi­ges Hügelland, oder besser gesagt, aneinander stossende, flache Kessel von grossem Umfange. Nur die Berge des Nordens hoben sich scharf ab und von Zeit zu Zeit war ein Stück des Tiberiassees mit den gegenüberliegenden steilen Wänden zu sehen. Bei den Ruinen eines alten, aus dem 15. Jahrhunderte stammenden Khans wurde Erühstücksrast gehalten. Beduinenzelte allerorten. Weidende Pferde, Rin­der und Ziegen, ackernde Landleute bildeten die Staffage auf unserem Wege. Der Berg Tabor entfernt sich mehr und mehr, endlich erreichen wir die Höhen von Tiberias, und nun beginnt der steile Abstieg im kniehohen Blumen­teppiche.

Ruhig und spiegelglatt lag der See Genesareth unter uns, nur an Stellen, wo der Wind durch ein westliches Thal eindringen kann, kräuselt sich leicht die Wasserfläche, in der sich sonst das gegenüberliegende Ufer in langen Linien spiegelt. Am Strande liegt Tiberias, ein Städtchen von 3ooo Einwohnern. Einzelne Palmen überragen die weiss­getünchten Häuser. Malerische, in Trümmer zerfallene Stadtmauern umgeben sie. Hier ein halbverfallener Thurm,