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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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für sie; in dichten Reihen umstanden sie uns, heiter lachend und plaudernd, Männer, Frauen und Kinder. Schöne Leute; die Männer in roth gestreiften Jacken und Hosen, den Fez auf dem Kopfe, nur die Drusen tragen weissen Turban. Langes buschiges Haar. Die Frauen in den langen, über den K nöcheln gebundenen buntfärbigen Pumphosen, einer blauen Jacke mit offener Brust, das weisse durchsichtige Tuch auf dem Kopfe ünd um den Hals geschlagen. Breite silberne Armbänder, Ohrringe in Filigranarbeit oder mit aneinandergereihten Münzen. Prachtvolle schwarze Augen und weisse Zähne, edle Züge, doch auffallend viele mit Blatternarben. Hübsche Kinder mit Murillo-Gesichtern. Wir interessirten sie lebhaft, besonders Anna. Die Männer warfen lüsterne Blicke auf unsere Gewehre. Sie versuchten ein Gespräch mit uns anzu­knüpfen, doch umsonst. Es müssen wenig Europäer hier durchreisen, wenn man einen solchen Eindruck macht. Im Thale hinauf setzten wir unseren Weg fort. Unterhalb Has- beya, eines ansehnlichen Orts auf der Höhe, lagern wir in der Nähe des Flusses. Das Thal ist enge, die Berge sind steil. Ein guter Lagerplatz, hoffentlich wird es die Nacht auch sein.

27. März. Der Weg von Hasbeya nach Bascheya ist recht beschwerlich, unendlich steinig und mit Mühe arbeitet man sich durch; man überschreitet Hügel auf Hügel, da­zwischen tiefe Mulden und Einschnitte. Der Himmel war dicht umwölkt, keine Aussicht, nur der Hermon immer zu sehen, vor welchem noch ein scharfer Gebirgsrücken sich hinzieht. Das Land ist arm, dünn bevölkert, und doch überall bis hoch hinauf Felder zwischen .Steinen, auf denen mageres Ge­treide steht. Die Furchen werden in den Steinen gezogen. Hier muss man wahrhaft das Brod im Schweisse seines An­gesichtes verdienen. Erst kurz vor Bascheya ist der Boden