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und streiften die nächsten Berge ab. Man macht sich keinen Begriff von den Massen von spitzen, scharfen Felsen und Steinen, über die man geht. Arme Stiefel! Wir hatten einen Eingeborenen mit uns, der sehr gerne Conversation gemacht hätte, doch war dies vergebliche Mühe. Wir sehen nur Steinhühner. Die Aussicht muss prachtvoll sein. Leider senkte sich dichter Nebel in die Thäler, man sah nur hie und da eine beschneite Spitze des Libanon.
28. März. In den Reisebüchern hatten wir gelesen, dass auf dem Hermon Bären Vorkommen. Unser gestriger Jagdeingeborener bestätigte dies, und erzählte noch von Hyänen, Wölfen und Schakalen. Das war denn zu verlockend für die Jünger Dianens. Wir opferten ihr einen Tag. Früh am Morgen zogen wir aus. Die erste Stunde ritten wir durch Bascheya, dessen Bewohner soeben erwachten, im steinigen engen Thale, welches sich zwischen den vorliegenden Bergen weit bis gegen den Hermon durchwindet. Da, wo sich das Thal zu einem Kessel erweitert, ging die letzte Spur des Weges verloren, nun ging es zu Fuss weiter. Kuppe folgt da auf Kuppe, tiefe Mulden liegen dazwischen; so streiften wir bergauf, bergab, immer höher gelangend. Zackig, scharf wie die Messer sind die Kalksteinfelsen über einander ge- thürmt. Sie gewähren den wilden Thieren Schlupfwinkel genug. Eine spärliche Vegetation fristet ein kümmerliches Dasein. Juniperus und Ilexarten, daneben niedriges, dorniges Strauchwerk. Wir kamen bis in die Schneehöhe, jeden Einschnitt, jedes Thal mit dem Fernglase durchsuchend. Doch Nichts zeigt sich unseren Blicken. Der LIimmel war leicht bewölkt, als wir auszogen. Die Wolken verschwanden mehr und mehr. Dg. kam der Nebel, der sich gestern in das Thal gelegt hatte, vom Winde getrieben, eisig kalt an uns vorbei. Jetzt war der Schleier gelüftet; vor unseren Augen lag ein