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herrliches Bild. Ein weites Panorama über die gebirgige Landschaft. Je nach Höhe und Entfernung in verschiedenen Tönen, reihten sich die Gebirgsrücken aneinander. Der ernste, scharfe, mit Schnee überzogene Grat des Libanon, mit dem Djebel Sanin sich über Alles erhebend, als Abschluss. Wir stehen auf halber Höhe des Hermon, des höchsten Berges des Antilibanon. .Seine höchste Spitze, der Kasr Antar, 2860 Meter hoch. Der Gebirgsstock zifeht sich im Bogen von Banyas bis nordöstlich von Bascheya, besteht aus Kalkstein, in welchem Quarz in schönen Krystallen eingesprengt ist. Die Sonne stand hoch; wir mussten an den Heimweg denken, da weidende Ziegen uns die Erwartung benahmen, Wild zu finden. Der Abstieg gleich beschwerlich wie der Aufstieg. Oft mussten die Hände zu Hilfe genommen werden, um sich durch die hohen Felsklippen herabzulassen. Wohl sahen wir nichts vom Wilde, doch reichlich belohnt durch die prachtvolle Aussicht zogen wir thalwärts. Endlich erscheint die schlossartige Kaserne auf der Höhevon Bascheya von Weitem. Noch eine starke Stunde, und wir sind beim Lager angelangt. Die Sonne brannte entsetzlich im letzten engen Thale, blendend von dem weissen Gestein zurückstrahlend, das AVege und Felder überzieht. Ich erinnere mich nicht, je sieben Stunden so anstrengenden Alarsches gemacht zu haben.
29. März. Die Nähe des Schnees war zu spüren, es war bitter kalt in der Nacht. Ein kurzer Reisetag und wenig zu erzählen. Bald nach. Bascheya gelangt man in einen Kessel, von ziemlich hohen Bergen eing'eschlossen, welcher im AALnter ein See ohne Abfluss ist und im Sommer angebaut wird. Nur mehr in den tiefsten Stellen war noch etwas Wasser; die Aecker wurden' bestellt. Auch weiter ist noch ein solches Becken. In beiden war guter Reitboden, sonst, besonders beim Ueberschreiten der Wasserscheide, schauerlicher Weg.