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der Einheimische vor der Kette ab, zieht das Pferd oder den Esel unter derselben durch, besteigt das Thier wieder und reitet dann ungehindert durch den Bazar.
Im Silberbazar, einem kuppelbedeckten grossen Raume, sitzen die Gold- und Silberarbeiter knapp aneinander, verfertigen zierliche Schmuckgegenstände, verkaufen das Product ihrer Arbeit, sowie alte Gegenstände von edlem Metall, Ketten, Mützenschmuck, Ringe etc.
Ein eigener Markt ist dem Pferdeverkaufe gewidmet; er ist alle Tage stark besetzt. Hier werden Pferde getummelt. Der Reiter jagt dahin und ruft den Preis aus. In langen Reihen gefesselt stehen die Thiere da, welche verkauft werden sollen, ein Büschel Grünzeug als Futter vor den Füssen. Edle Thiere von weither, mit feinem Kopfe, grossen klugen Augen, schlankem Halse: das Beste von Arabien.
Daneben das gewöhnliche Gebrauchspferd aus der nächsten Umgebung und aus allen Theilen Kleinasiens bis von der russischen Grenze hergetrieben. Rudel junger Pferde, zu dichten Knäueln zusammengedrängt, niemals gebändigt, sollen an den Mann gebracht werden. Sie werden aus respect- voller Entfernung gemustert: der dunkle Schimmel in der Mitte gefällt; jetzt wird gehandelt und gefeilscht. Endlich ist der Handel abgeschlossen, nun gilt es, das Pferd herauszufangen, doch früher muss noch das Bakschisch hiefür gezahlt werden. Der Schimmel scheint zu ahnen, dass es um seine Haut geht, denn er drängt immer in die Mitte seiner Kameraden. Die Pferdeknechte trachten sich ihm zu nähern, lange will es nicht gelingen, endlich fasst ihn Einer bei der Mähne, klammert sich fest an und lässt sich von dem erschreckten Thiere mitten unter allen Pferden herumziehen. Ein zweiter Mann hängt sich an den Schweif, doch umsonst, das wilde Ross entledigt sich seiner Peiniger. Der Versuch muss wieder-