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der Brust, den geraden silbernen Dolch im Gürtel, die Pelzmütze auf dem Kopfe; den Beduinen mit hohen rothen Pantoffeln, weisser Plose, gestreiftem Kameelhaarburnus oder kurzem Pelzrock auf den Schultern, mit der schwarzen dicken Schnur, die das dunkle Tuch auf dem Kopfe hält.
Der Bewohner der Stadt im langen seidenen, grellfarbigen Kaftan, darüber häufig der offene Pelz.' Landbewohner in der blauen Pluderhose und kurzer Jacke von gleicher Farbe, den Geldgürtel um die Hüfte geschlungen. Der bettelnde Derwisch im zerfetzten Gewände, mit einem Spiess in der Hand oder mit einem Gefässe mit Blumen, das Haar wirr in Strähnen, auf dem Haupt mitunter die hohe Mütze. Esswaarenverkäufer schreien ihre Waaren aus, und der Limonadeverkäufer klappert mit zwei Messingschalen, während das Stück Eis auf der wagrecht getragenen grossen Flasche langsam schmilzt. Soldaten, elend gekleidet, trachten hier wie bei uns mit den Mädchen zu plaudern. Es ist ein Durcheinander, ein sich Schieben und Drängen, eine farbenprächtige Bewegung, an der man sich nicht satt sehen kann. Man steht und schaut und wird von einer Schaar schmutziger, grossäugiger, schöner Kinder angegafft. Ueber die Strassen sind Stricke gespannt, da trocknet die Wäsche, vor den luxuriös ausgestatteten Bädern die Badetücher. Kinder spielen Ball über alle Fuss- gänger weg, von einer Seite der Strasse zur andern. Unrath aller Art liegt auf dem Boden, hier suchen die Hunde ihre Nahrung. Grosses wüthendes Gebell, wenn Einer zu bellen oder zu heulen beginnt oder ein Hund einer andern Gasse, eines andern Viertels sich hieher wagt.
Manche Bazare sind mit Ketten geschlossen, so der sogenannte Griechenbazar, wo prachtvolle alte Waffen, neue Kleider, Porzellan, Schuhe und Stoffe verkauft werden. Die Kette bedeutet das Verbot des Durchreitens; deshalb sitzt
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