167
Gasse hinein; denn Alles ist verdeckt. Flache Dächer mit Gras bewachsen, zahllose grosse und kleine Kuppeln von Moscheen, Khans, Bade- und Privathäusern. Dazwischen die hochgewölbten oder scharfkantigen Decken der Bazare. Kleine Gärten und mit Bäumen bepflanzte Höfe liegen zwischen den Häusern. Die Citadelle mit ihren viereckigen Thürmen und massivem Mauerwerk, aus dem i 3 . Jahrhunderte stammend, hebt sich von der niedrigen Umgebung ab. In weitem Kreise um die Stadt ein Meer von Bäumen. Es ist dies der Gartengürtel, welcher Damaskus umgibt. Die kahlen Berge des Antilibanon mit dem frisch beschneiten Hermon, die Berge des Hauran und die flache Wüste bilden den Abschluss des schönen Bildes.
Sehenswürdig sind die Privathäuser, deren Damaskus einige prachtvolle besitzt. Auch wir besichtigten mehrere. Der Damascener liebt Bäume und Blumen, und so bildet denn ein grosser, mit Steinfliessen belegter Hof, in dem uralte Obst- und Wildbäume stehen, wo Rosen, Nelken und Lilien neben der Myrthe blühen, wo ein Springbrunnen aus marmorner Schale emporsteigt, den Mittelpunkt des Hauses. Ein gegen Norden offener, hoher Raum ist der Versammlungsort der Familie an heissen Sommertagen. In den Empfangsräumen ist die ganze Pracht orientalischen Marmors in manchmal überladener Weise angebracht. Nur im Hause des Abdallah Beck el-Adm ist der grosse Saal in feinstem maurischen Style; halbe Stalaktitenwölbungen tragen die harmonisch gemalte Decke. Mosaiken und Koransprüche bedecken die Wände. Im Marmorbecken sprudelt erfrischendes Wasser.
Das Haus ist vor 200 Jahren von Assad Pascha el-Adm, dem Erbauer des oben beschriebenen Khans, gebaut worden. Jetzt streiten mehrere Söhne des letzten Eigenthümers um den Besitz, der dringend der Pflege eines Hausherrn bedürfte.