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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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Der Palast hat einen riesigen Umfang und beherbergt die zwölf in Fehde lebenden Mitbesitzer sammt ihren Familien.

Von der nahen Höhe, oberhalb des Dorfes es-Salihije, wo das Grab eines Schechs vielfach besucht wird, hat man einen prachtvollen Ausblick über die Stadt und das Land. Hier ist nach Ansicht der Mohammedaner der Ort, wo das ewige Paradies sein wird. Auch jetzt schon ist es wie ein Blick ins Paradies. Weit und breit in der Ebene ein dichter Baumwald, in welchem die Stadt wie verborgen liegt. Die leuchtenden Minarets erheben sich schlank wie die Nadeln, überragen die flachen Häuser und die alten Bäume. Dicht zusammengedrängt liegt die Stadt, nur die Vorstadt el-Meidan zieht sich wie eine Linie weit in die Gärten hinein. Gegen Süden erblickt man noch Felder, sonst ist Alles, was an die Gärten der Stadt stösst, Steinmeer und Wüste. Einige Schechs der Umgebung waren bei dem Grabe auf der Höhe zu heiterem Mahle ver­sammelt, sie genossen die Aussicht durch unsere Fern­gläser und wunderten sich über die Nähe, in der die Stadt erschien.

Die Besichtigung der arg zerfallenen, geräumigen Cita- delle, die mitten in der Stadt liegt, liess uns den Fluss wieder sehen, welcher in der Stadt grösstentheils überbaut ist; mit besonderer Vorliebe werden Kaffeehäuser auf demselben errichtet, auf deren offenen Terrassen der Damaskener im Sommer die durch das Wasser erfrischte Luft einathmet. Ein Of- ficier zeigte uns die Festung. Unter Zelten und in Casematten ist die Mannschaft untergebracht. Eine geringe Anzahl von Pferden steht in den geräumigen Stallungen, während sich die meisten auf der Weide ausserhalb der Stadt befinden: in wessen Tasche fliesst die Ersparung? Schuster- und Schneider­werkstatt, sowie eine Mühle wurde uns gezeigt. Zum Schlüsse stiegen wir mittelst einer Art LlijLnerstiege auf einen der