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sie ausgegeben werden. Warum sollte sich auch ein türkischer Postbeamter beeilen?
Wir werden noch von verschiedenen Händlern aufgesucht, die uns ihre Waaren anbieten; diesmal um den Preis, den wir so unvorsichtig waren zu nennen, sie wissen, dass wir morgen die Stadt verlassen, und wollen die Gelegenheit doch nicht versäumen, noch ein Geschäft zu machen.
So sind wir denn zur Abreise bereit. Nun geht es nach Hause in verschiedenen Etappen.
4. April. Das Wetter hat sich wieder etwas gebessert. Es war die ganze Zeit schändlich kalt. Ein scharfer Wind kam von den Bergen und brachte häufige Streifregen. Im Gebirge war viel frischer Schnee gefallen und die verschiedenen anlangenden Reisenden wussten von der Kälte zu erzählen, die sie ausgestanden hatten. Heute ist es wieder schön und warm. Vorwärts denn!
Bis Dummar, der Villenansiedlung am Barada, folgten wir der Strasse; dann bogen wir rechts in d;e Berge ab, das frische Thal hinter uns lassend. Kahl und öde ist die Gegend, nackte Kalksteinfelsen werfen blendend die Sonnenstrahlen zurück; ein Wüstenplateau wird durchritten, dann senkt sich der Weg und plötzlich liegt das Thal des Barada wieder vor uns: schroffe Felswände rahmen es ein. Wild und zerklüftet ist das Gebirge; Adler kreisen in den Lüften und horsten in den Felsen. Unten am Wasser ist Alles grün und üppig. An den Obstbäumen zieht sich die Rebe hinan. Granatbäume im rothbraunen jungen Blätterschmucke heben sich von dem Grün der anderen Bäume ab; dazwischen leuchtet der weisse Schaft der Platane und Pappel.
Der Ritt längs dieses Thaies ist prachtvoll schön. Die Gebirge nehmen den Charakter des schroffen Hochgebirges an, unten rauscht im dichten Grün der blaue Fluss, bald in