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deren Begleiter. Die Beiruter und die Damascener Post rollte an uns vorbei, neugierig sahen die Reisenden aus den Wagen, um unsere Cavalcade zu mustern. Immer tiefer lag die Bekaa, immer weiter erschien der Antilibanon, der Plermon entschwand unseren Blicken. Jetzt haben wir die Passhöhe (1542 M.) erreicht, ein anderes Bild zeigt sich unseren Augen. Hinter uns der Djebel-Sanin und Kineisin, vor uns zur Linken ein schroffes Felsenthal, in dem ein kleiner Bach dahinfliesst. Rechtshin Berge und Thäler im blauen Duft. Auf den Höhen Pinienwaldungen, zwischen denen nette Ortschaften hervorleuchten. Mehrere Klöster zu sehen auf vorspringenden Punkten. Wir lagern bei Khan Sophar, unter uns ein dicht bevölkertes, weites Thal. Unsere gesammte Mannschaft stammt aus der hiesigen Gegend, sie sind Alle Maroniten aus dem Libanon. Salim, der Dragoman, zeigt mit Stolz das rothe Ziegeldach seines Hauses in der Ferne. Ibrahim, der Train- commandant, erbittet sich die Erlaubniss, für den Abend in sein nahes Heimatsdorf zu Frau und Kind gehen zu dürfen. Der Koch beschreibt in seinem gebrochenen Italienisch, dass hinter jenem Höhenzuge seine Penaten hausen; Tanus, der Kellner, Chalil, der Bursche, welcher stets die Pferde begleitet, und die verschiedenen Said, Hanne, Jusef, kurz Alles ist aus der Gegend und Alles erfreut und stolz, in der Heimat zu sein. Ich begreife es, denn es ist ein wunderschönes Land; und doch ist unter den Maroniten in neuester Zeit eine grosse Auswanderungswuth eingerissen und aus allen Orten sind zahlreiche Bewohner nach Amerika gezogen, um dort ihr Glück zu versuchen.
11. April. Vom Libanon laufen gegen die Küste zahlreiche Höhenzüge, zwischen denen tiefe Thäler liegen, die sich durch die Felsen durchwinden, dann sich wieder erweitern, und üppigen bewohnten Gärten gleichen. Die Strasse
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