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Das Hotel d’Orient, in dem wir abstiegen, liegt knapp am Meere, welches schäumend über einige Klippen hinrauscht, die sich in der Nähe des Ufers befinden. Mehrere Schiffe wiegen sich auf offener Rhede. Ein russischer Dampfer, der heute nach Constantinopel abgeht, ist umgeben von kleinen Booten, welche ihm Reisende, Gepäck und Ladung zuführen.
Jetzt ist es aus mit dem Nomadenleben, von nun an ist es nicht mehr das Pferd, das uns weiterträgt. Es war ein schöner Theil der Reise, diese letzten 3g Tage, welche wir, stets wo anders, zu Pferd und unter Zelten zubrachten. Wenn auch Wind und Wetter uns vorübergehend Possen spielten, so war es doch eine prächtige Wanderung durch Palästina, Syrien und den Libanon, und ungerne nur nahmen wir Abschied von unserer Karawane.
12. bis 16. April. Beirut liegt mit seinen Lläusern und Gärten auf einer in das Meer hinausragenden Landspitze. Im Norden tritt die Bucht St. Georges tief ins Land hinein. Die Schiffe müssen auf offener Rhede, je nach der Stärke des Windes näher oder weiter von der Stadt ankern. Bei Sturm finden sie in der Bucht leidlichen Schutz. Obwohl Beirut einer der wichtigsten Handelsplätze des Orientes ist, so ist der Schifffahrtsverkehr der Unsicherheit halber doch ein sehr geringer. Die französische Strassengeseilschaft geht nunmehr daran,' einen Hafen zu bauen. Die nöthigen Fermane hiezu sind erlangt und nächstens sollen die Arbeiten beginnen.
In Beirut selbst ist vorwiegend Seidenindustrie. Stoffe und Tücher in allen Grössen und Farben werden in den offenen Werkstätten und P'abriken erzeugt; auch sehr viel unverarbeitete Seide geht nach Frankreich. In einem Theile der Stadt herrscht ein ziemlich reges Bazarleben; hier sind die Gassen ganz orientalisch enge und winkelig. Seidenwaaren, Stoffe und Nahrungsmittel aller Art, Gemüse, Früchte und